Herzlich Willkommen!

Hallo und Herzlich Willkommen auf meinem kleinen Blog auf dem ich ein bisschen über mein Jahr in Francistown, Botswana berichten werde. Näheres steht in den einzelnen Beiträgen. Viel Spass!

Sonntag, 6. Februar 2011

Tage 111-140

Arbeit, Regen, Arbeit

Hallo!
Und wieder ist fast ein Monat rum, wenn das so weiter geht, dass die Zeit immer schneller vergeht, wird der letzte Monat nur noch gefühlte fünf Minuten dauern...
Seit der letzten Meldung habe ich nun wieder angefangen hier im Projekt zu arbeiten.
Momentan macht es viel Spaß, es hat sich ein wenig verändert. In die Schule gehe ich momentan nicht mehr, da ich dort lieber im Sport- als Computerunterricht helfen möchte. Dies dauert allerdings seine Zeit und so bin ich geduldig – wie in der Zeit als ich auf die Einteilung für den Computerunterricht gewartet habe – und übernehme Aufgaben im Center. So habe ich die Aufgabe bekommen, Bestandslisten von bestimmten Gegenständen im Center in Excel-Tabellen zu übertragen. Als Beispiel: Waschpulver. Waschpulver wird gespendet, eingekauft und and die Wäscherei sowie die Hostels ausgegeben. All dies wird schriftlich dokumentiert, zu meinem Leidwesen in verschiedenen Büchern. So gibt es ein Donation Book, in dem alle Spenden an das Center aufgeführt sind, ein Buch in dem alle Einkaufbelege gesammelt werden, sowie Bücher in denen genau protokolliert wird, wann, wie viel an wen ausgegeben wird.
Aus diesen Büchern habe ich also an einigen Vormittagen alle Einträge zu Waschpulver seit 2008 rausgesucht und in eine Tabelle zusammengetragen. Dies dient der besseren Übersicht.
An den Nachmittagen helfe ich nun vermehrt bei den Hausaufgaben, was eine interessante Aufgabe ist, da ich zum Beispiel kein Fach „Agriculture“ hatte.
Die meisten erledigen ihre Hausaufgaben in „Braille“, der „Blindenschrift“ und oft bestehen diese darin, englische Texte in Braille aufzuschreiben. Hier lese ich dann den Text vor und überprüfe, indem ich die Kinder das Geschriebene buchstabieren lasse, ihre Arbeit auf Richtigkeit.
Freitag des letzten Wochenendes habe ich den „Freitag-Film“ eingeführt. Die Idee kam mir dazu, als ich gerade mit einem Jungen seine Hausaufgaben beendet hatte. In dem Moment kam ein anderer Junge und hatte mehrere DVDs dabei, einige voll mit Musik und auf zwei waren auch Filme. Er fragte ob wir den nicht jetzt gucken könnten. Da war ich mir allerdings nicht sicher und meinte, da erst mit Mr.Ngoma drüber sprechen zu müssen. Gleichzeitig ist mir eingefallen, dass das Lephoi Centre auch einen Beamer besitzt und so habe ich meinen Chef darauf angesprochen. Dem gefiel die Idee und so schauten Wir an besagtem Freitag im Konferenzraum mit fast allen Kindern zusammen einen Film auf Setswana. Von der Sprache habe ich nicht allzu viel verstanden, aber durch die Bilder wurde der Großteil des Zusammenhangs klar.
Es war eine gute Idee, die Kids haben viel gelacht und sich gefreut. Denen, die gar nichts sehen können, haben die anderen Kids zwischendurch immer erzählt, was gerade passiert.
Im Laufe nächsten Woche wurde ich dann immer wieder gefragt, ob Wir nicht schon „heute“ einen Film gucken können. Das habe ich aber abgelehnt, da ich die Idee gut finde, den Film am Freitag als längerfristige Institution einzuführen und wenn Wir dann innerhalb von einer Woche alle Filme gucken, die die Kids haben, wird das nichts.
Vorgestern haben Wir dann die Fortsetzung des Films geschaut und die Kids waren wieder happy.
Neben meiner Arbeit im Projekt plane ich zusammen mit ein paar anderen Freiwilligen nun einen Film über weltwärts in Botswana. Hier sollen Projekte, GIZ und Freiwillige vorgestellt sowie das Programm reflektiert werden. Momentan sind Wir dabei, das Script zu verfassen und werden wohl Ende Februar die Aufnahmen machen. Ob der Film dann schon vor meinen Osterferien (am 17.03. fliege ich ja nach Kenia) oder erst danach fertig wird, kann ich nicht einschätzen, denke aber momentan, dass es eher später wird.
Ansonsten ist das Wetter hier recht merkwürdig. Seit einer Woche ist wieder bis auf einen Tag fast nur die Sonne zu sehen gewesen, verbunden mit heißen Temperaturen. Den Januar über hat es jedoch ziemlich heftige Regenfälle gegeben. An einem Tag bin ich in die Stadt zum Einkaufen gefahren und als ich den Laden betrat, war der Himmel schon recht dunkel. Während des Einkaufs ging es dann los; der Regen prasselte so stark, dass man ihn sogar im Supermarkt aufs Dach fallen hörte. Als ich fertig war, wartete ich noch eine Viertelstunde unter einem Vordach bis der Regen etwas nachließ um dann zum Taxistand zu gehen. Der Weg dorthin war allerdings nicht ganz so einfach wie sonst, da auf der Straße, die man überqueren muss das Wasser an den Seiten auf einer Breite von gut 2 Metern mehr als knöcheltief stand. Da ich Turnschuhe und keine Flip-Flops trug, wollte ich nicht unbedingt da durch watscheln, sodass ich einen kleinen Umweg nahm. Insgesamt war es total faszinierend, wie eine halbe Stunde (zugegebenermaßen außerordentlich starker) Regen so etwas ausrichten kann; die Straße verwandelten sich in Flüsse und alles hörte einfach auf. Kaum noch Menschen waren auf der Straße zu sehen und an einer Kreuzung, an der eine abgehende Straße etwas bergab geht, fuhren die Autos merkwürdige Linien, um nicht in die tieferen Wasserstellen zu gelangen, in denen an manchen Stellen das Wasser wie ein rauschender Fluss um die Ecke die Straße hinunter Fluss. Verrückter Regen; so kurz und stark habe ich es glaube ich bisher noch nicht erlebt.
Aber seit Ende Januar gab es keine starken Regenfälle mehr, nur ab und zu ein bisschen. Dennoch ist der Fluss schon fast wieder ausgetrocknet.
Ich werde jetzt noch ein wenig Südafrikanischen Live-Fußball gucken, mir dazu ein schönes Steak braten und ansonsten den restlichen Tag genießen.
Ich hoffe, es geht euch allen gut und Ihr genießt den Winter!
Liebe Grüße,
Clemens


Die beiden Fotos habe ich am ersten Filmabend gemacht.

Mittwoch, 2. Februar 2011

Dies & Das

Eindrücke vergehen leider meistens fast genau so schnell wie sie kommen – zumindest im Detail. Deswegen habe ich versucht, bzw. versuche ich in der einen oder anderen Situation das einzufangen, was mich gerade fesselt. Im folgenden ein paar Fotos, von Regen und Halbdunkel und einigem anderen Kram.
Mal schauen, was sich da so in der Zeit ansammelt.
Hier der Link zum Album:
http://picasaweb.google.com/c.loemke/DiesDas#

liebe Grüße,
Clemens

Samstag, 8. Januar 2011

Tage 83-110

Uiuiui.
Jetzt habe ich mich fast einen Monat lang nicht gemeldet. Und ich habe in der Zwischenzeit viel erlebt. An dem Wochenende vor Weihnachten war ich mit Nina, Franka und Stefan (dem neuen DED-Mitarbeiter hier in Francistown) in Nata, bei den Makgadikgadi Pans. Eine knappe Woche später fuhr ich mit Nina und Franka nach Simbabwe, wo Wir uns über Weihnachten die Victoria Fälle anschauten. Danach fuhren wir nach Kasane und von dort wieder zurück nach Francistown. Den Jahreswechsel verbrachte ich mit Stefan und Conny in Gweta, auch an den Makgadikgadi Pans.
Alles in allem ist einiges passiert und ich versuche es mal von vorne zu rekapitulieren.

Die restliche Zeit im SOS-Kinderdorf ging recht schnell vorbei. Nina, Franka und ich blieben am längsten (bis kurz vor Weihnachten) dort. Die anderen beiden Mädels hatten sich schon früher Urlaub genommen und auch Wir waren froh, als Wir uns endlich eine erste kleine Auszeit nehmen konnten.
Am Wochenende vor Weihnachten machten Wir mit Stefan einen Wochenendtrip nach Nata, das ca. 200km nordwestlich von Francistown liegt. Mit den Zelten, die Conny uns bereits für unseren Weihnachtstrip geliehen hatte, zelteten Wir auf dem Campingareal der „Nata Lodge“. Am Nachmittag fuhren Wir dann mit Stefans Wagen in die „Nata Bird Sanctuary“ einem Schutzgebiet, das in Zusammenarbeit mehrerer kleiner Ortschaften entstanden ist und zu etwa gleichen Teilen Grasland und Salzpfannenoberfläche umfasst. In der Regenzeit füllen sich die Salzpfannen mit Wasser und werden so ein Zufluchtsort für tausende von Vögeln. Als Wir dort waren, war die Pfanne allerdings noch trocken, was ich jedoch nicht als enttäuschend empfand, da es ein einmaliges Gefühl ist, bis zum Horizont nichts zu sehen. Die unendliche Weite ist echt faszinierend. Ich habe mich an einer Stelle einfach auf den Boden gesetzt und die Augen geschlossen und das einzige, das ich noch hören konnte, war mein eigener Atem. Sogar das Geräusch einer kleinen Fliege hat mich dort etwas erschreckt :-)
Am Sonntag fuhren Wir nochmal in den Park und genossen die Weite und die Stille, die ich so bisher fast noch nirgendwo erlebt habe (mir fiel in dem Moment ein Augenblick im Skiurlaub ein, als ich auf einer abgelegenen Piste einfach die Augen schloss und bis der nächste Skifahrer kam auch nichts als meinen eigenen Atem hören konnte.). Der Nachteil am „Nichts“ ist, dass es außer im Auto zu sitzen nichts gibt, um sich vor der Sonne zu schützen. Die Salzpfannen sind bei Trockenheit eine einmalige Erfahrung und wenn jemand die Gelegenheit hat, sich so etwas anzuschauen, sollte er sie sich nicht entgehen lassen. Dennoch möchte ich im Februar oder März noch einmal nach Nata und mit ein bisschen Glück kann ich dann riesige Pelikan-Schwärme sehen.
Am Nachmittag fuhren Wir zurück und waren alle etwas müde. Die restliche Woche Arbeit ging dann auch recht schnell vorbei und Wir machten uns auf den Weg nach Simbabwe.
Doch das lief nicht so einfach wie geplant. Um in den kleinen Ort „Victoria Falls“ zu gelangen, nimmt man den Bus nach Kasane und steigt in Kazungula aus, einem kleinen Örtchen, welches an dem Vierländereck von Botswana, Simbabwe, Sambia und Namibia liegt. Die Busse nach Kasane fahren nur recht früh morgens, sodass Wir gerne auf das Angebot von meinem Chef Mr.Ngoma eingingen, uns an der Busstation abzusetzen. Die Strecke nach Kasane ist noch etwas weiter (ca. 500km) als die nach Gaborone (ca. 430km) und da ich von der Strecke Francistown-Gaborone große Reisebusse (wenn auch mit sehr engen Sitzplätzen) gewohnt war und wusste, dass diese auch nach Maun (ebenfalls ca. 500km) fahren, erwartete ich ähnliches für die Strecke Francistown-Kasane. Dies war jedoch ein Irrtum. Mr.Ngoma brachte uns also morgens um viertel nach fünf zur Busstation und die war so leer, wie ich sie bisher noch nicht erlebt habe. Nur an einem „Terminal“ stand schon eine beachtliche Menge an Menschen, die auf einen Bus warteten. Dies war der Abfahrtspunkt nach Kasane. Der erste Bus sollte angeblich um 6:00 Uhr morgens abfahren. Als allerdings um viertel nach sechs noch kein Bus da war, wunderten Wir uns schon ein wenig (die Abfahrtszeiten werden nach meiner Erfahrung normalerweise auf die Minute genau eingehalten). Zudem waren es auch mehr Leute, als in einen Reisebus passen würden. So war der Plan, dass zwei sich um das Gepäck kümmern und darauf achten, dass es in die Laderäume kommt und der oder die dritte schnell in den Bus geht und uns drei Sitzplätze sichert. Um halb sieben kam dann ein kleiner Minibus mit ca. 20 Sitzplätzen und ehe Wir uns die Frage stellen konnten, ob das nun der Bus nach Kasane sei, waren schon alle Plätze belegt.
Kurz danach kam dann ein Mann mit Auto und verkaufte Tickets für den nächsten Bus, der bald kommen würde. Wir bekamen drei Tickets und waren froh, dass Wir Plätze hatten. Als gegen halb acht dann ein nächster Bus kam, waren Wir froh, doch das war nicht der Bus, für den Wir die Tickets gekauft hatten. Wir hätten ohne Probleme diesen Bus nehmen können, doch hatten Wir nun ja schon den anderen bezahlt. Ungefähr eine Viertelstunde später kam dann auch dieser Bus und er hatte im Gegensatz zu den anderen sogar einen Anhänger für das Gepäck, sodass Wir unsere großen Reiserucksäcke nicht mit in den Bus nehmen mussten. Nach einiger Zeit war dann alles eingepackt und Wir saßen um halb neun im Bus in Richtung Kasane. Kurz nachdem Wir Francistown verlassen hatten, hielt der Bus jedoch an einer Tankstelle und Wir bekamen die Information, dass falls es dort kein Benzin gäbe, Wir wieder umdrehen müssten, da Wir es sonst nicht bis Kasane schaffen würden. Ungefähr an diesem Punkt hatte ich das Gefühl, dass Wir an diesem Tag nicht mehr weit kommen würden, denn an fast allen Tankstellen innerhalb Francistowns gab es kaum noch Benzin, da viele Menschen aus der Stadt über die Ferien in ihre Heimatorte fahren und dafür oft sehr viel (Ersatz-)Benzin brauchen (dies führte in den letzten Tagen vor Weihnachten zu enormen Schlangen vor den Tankstellen, wo zeitweise über 70 Autos viele Meter weit auf der Straße warteten).
Aber Wir hatten Glück; die Kanister wurden vollgemacht. So erreichten Wir am frühen Nachmittag nach Zwischenstopp in Nata dann Kazungula. Ab ca. 100 Kilometer nach Nata tauchten die ersten Elefanten am Straßenrand auf; beeindruckende Erscheinungen. An einer Tankstelle in Kazungula fragten Wir nach dem Weg zum Grenzübergang nach Simbabwe. Die laut Karte zu Fuß einfach zu bewältigenden 2-3km dorthin gestalteten sich in der Realität mit Reiserucksack sowie Campingausrüstung in der Spätmittagshitze jedoch recht anstrengend, sodass Wir froh waren, als uns ein Kombi für ein paar Pula die letzten knapp zwei Kilometer zum Grenzposten brachte.
Auf der Botswanischen Seite bekamen Wir einen Stempel in den Reisepass, dass Wir das Land verließen und im Simbabwischen Grenzposten erhielten Wir einen schicken Aufkleber, der uns den Aufenthalt in Simbabwe bis zum 31.12. gestattete, die Visumsgebühr betrug 30 US$. Diese Prozedur war für mich relativ ungewöhnlich, da ich diese bei Grenzübertretungen in Europa nicht gewöhnt bin. Von der Grenze bis Victoria Falls sind es nochmal ca.70 Kilometer und für diese Strecke hatte uns das Camp, in dem Wir zelten wollten einen Shuttle angeboten, der 50 US$ pro Person und Strecke kosten sollte. Ich wusste zwar, dass die Preise in Simbabwe etwas höher sind als in Botswana, doch diese Halsabschneiderei war uns dann doch zuviel, sodass Wir zurecht darauf spekulierten, ein Taxi vom Grenzposten aus zu nehmen. Dieses kostete für uns drei zusammen dann 45 $, was umgerechnet etwa 30€ entspricht und diesen Preis muss man in Deutschland für diese Strecke erstmal bekommen. Im Camp angekommen bauten Wir unsere Zelte auf (ich schlief in einem 1-2 Personen-Zelt, was für zwei Personen meiner Meinung nach viel Nähetoleranz erfordert. Nina und Franka machten es sich in einem 3-Personen-Zelt gemütlich) und erkundeten das „Victoria Falls Restcamp“. Vorherige Begegnungen mit Affen (Meerkatzen) sowie Warzenschweinen wurden dadurch etwas nivelliert, dass in dem Camp sehr viele von den Meerkatzen unterwegs waren, ständig auf der Suche nach etwas zu essen. Dies fanden sie an einem der Tage auch bei uns, als sie Nina und Franka eine halbe Mango stahlen, die ungefähr einen halben Meter von ihnen auf dem Boden lag. Auch eine kleine Warzenschweinfamilie verirrte sich in das Camp (wohl durch den Haupteingang, rundherum ist das Gebiet mit soliden Metallzäunen gesichert) und die kleinen Kinder waren so neugierig, mein Zelt anzuknabbern, worauf sie von mir verjagt wurden. Als wir uns eingerichtet hatten, schauten Wir uns kurz das Städtchen an und erkundigten uns nach den Eintrittspreisen etc. Schnell wurde uns klar, dass der Tourismus dort nicht für Freiwillige mit eher schmalem Portemonaie ausgerichtet ist. So kostet etwa das Bunjee-jumping von der Brücke an den Wasserfällen 110 US$, der Eintrittspreis für das Schutzgebiet, was die Victoria Falls umgibt, alleine schon 30 $. So entschieden Wir uns dazu, nur das Schutzgebiet zu betreten, um die Wasserfälle zu sehen und andere „Aktivitäten“ wie Game Drive oder Bootstour in Kasane zu machen.
An Heiligabend gingen Wir also morgens los zu dem Park. Auf dem Weg dorthin und auch sonst, wenn Wir uns innerhalb des Städtchens bewegten, begegneten uns viele Souvenirverkäufer, die geschnitzte Figuren, kleine Anhänger und Simbabwe-$-Noten verkaufen wollten.
Auf dem Weg zum Park konnten Wir bereits die riesigen Gischtwolken sehen, die das herabstürzende Wasser verursacht. Im Park angekommen gingen Wir durch eine Art Mini-Regenwald, der von der dauerhaften Feuchtigkeit, die die Wasserfälle verusachen, zum Leben erweckt wurde. Überall konnte ich Vögel und Frösche hören und die feuchten Blätter glitzerten in der Sonne, die gnadenlos vom Himmel brannte. Es war interessant zu sehen, wie durch die Wasserfälle plötzlich eine ganz andere Vegetation entsteht. Diese Eindrücke wurden natürlich vom Anblick der Victoria Falls überragt. Eine 1,7 km breite Wand, über die das Wasser bis zu 107 Meter in die Tiefe stürzt. Auch wenn Wir nicht bei besonders hohem Wasserstand da waren (gerade erst Anfang der Regenzeit), waren die Wassermassen beeindruckend. Die Gischt ist so heftig, dass Wir, nachdem Wir entlang der Wasserfälle gegangen waren, komplett durchnässt waren. Als Wir knapp drei Stunden an den Wasserfällen verbracht hatten (Sonnenbrand inklusive), gingen Wir zu der historischen Sambesibrücke, um uns ein paar Wagemutige Bunjee-jumper anzuschauen. Die Brücke dient als Grenzübergang nach Sambia, sodass Wir wieder durch einen simbabwischen Grenzposten gehen mussten. Allerdings brauchten Wir keinen Stempel, da Wir nur auf die Brücke und nicht nach Sambia wollten. So befanden Wir uns ohne Visum für ein paar Minuten auf sambischem „Boden“ :-)
Am „heiligen Abend“ hatten Wir einen Tisch im Restaurant des Restcamps reserviert, wo Wir für 15$ ein Drei-Gänge-Menü zu Abend aßen. Sehr lecker, auch wenn ich nicht übermäßig satt war.
Am nächsten Tag machten Wir einen kleinen Ausflug zum „Big Tree“, einem großen Baobab-Baum, der sich etwas ausserhalb von Victoria Falls befindet. Die Straße dorthin beschreibt in etwa einen Kreis und nachdem man den Baum erreicht hat, führt sie entlang des Sambesi zurück in den Ort. Die Straße bietet einige Punkte, von denen man gut an das Ufer des Sambesi herankommt und von dort bieten sich auch sehr schöne Ausblicke auf den Fluss. Entlang des Flussufers kamen Wir bis zu der Stelle, an der der Schutzpark der Wasserfälle beginnt.
Den restlichen Tag entspannten Wir uns am Pool. Am nächsten Tag brachen Wir morgens nach Kasane auf. Dort zelteten Wir in der „Thebe River Lodge“. Direkt am Nachmittag machten Wir eine Bootstour über den Chobe River, wo Wir enorm viele Nilpferde, Elefanten und einige Krokodile und viele andere Tiere sahen. Es war faszinierend, riesige Elefantenherden am Flussufer trinken zu sehen, während 20 Meter weiter die Nilpferde baden und wieder einige Meter weiter ein Krokodil rumschwimmt. Beschreiben lässt sich da eigentlich nicht viel.
Am nächsten Morgen machten Wir dann einen Game Drive in den Chobe National Park, einen der tier- und artenreichsten Nationalparks im südlichen Afrika. Er beherbergt mit 50.000-60.000 Tieren die größte geschlossene Elefantenpopulation überhaupt. Auch dies war ein interessantes Erlebnis, auch wenn Wir auf der Fahrt durch den Park keine Elefanten zu Gesicht bekamen, dafür allerdings viele Impalas, Affen, diverse Vogelarten, Mistkäfer und vieles anderes. Das Highlight waren zwei Löwen. Der „König der Steppe“ sieht in freier Wildbahn wirklich sehr majestätisch aus.
Am nächsten Morgen hatten Wir uns ein Taxi um 4:00 Uhr organisiert, sodass Wir den Bus um 5:00 Uhr von Kasane zurück nach Francistown nehmen konnten.
Dort angekommen wurden alle Hoffnungen von uns mitteilungsfreudigen Reisenden zerstört, die Erlebnisse der Reise über Skype oder was auch immer weiterzugeben; der Schlüssel für den Raum mit Internetzugang war 430km entfernt in Gaborone. Halb so wild; auspacken, waschen, etc. nahm genügend Zeit in Anspruch. Am nächsten Tag fuhren Nina und Franka weiter nach Gaborone, ich entschied mich dagegen, da ich nach den ganzen Busfahrten erstmal keine Lust mehr hatte und ein bisschen zu Hause entspannen wollte.
Kurzfristig ergab sich die Möglichkeit mit Stefan und Conny über Sylvester zum „Planet Baobab“ zu fahren, einer Unterkunft mit Campside nahe dem Örtchen Gweta, das sich ca. 100km westlich von Nata und ca. 200km östlich von Maun befindet.
Dort blieben Wir bis zum 4.1. und besuchten am 2.1. den „Nxai Pan National Park“ und am 3.1. den „Makgadikgadi Pans National Park“.
Dort boten sich uns außergewöhnliche Landschaften und interessante Wildbeobachtungsmöglichkeiten. Raubtiere konnten Wir leider keine sehen, aber dafür große Herden anderer Tiere.
Am 4.1. fuhr ich dann mit Stefan zurück nach Francistown und seit heute habe ich hier nun auch wieder Internet, sodass ich meine lieben Leser gleich mal von meinen Erlebnissen berichte.
Ich hoffe, es geht euch allen gut und Ihr freut euch des Lebens!
Liebe Grüße,
Clemens

Achja, die Fotos waren mir diesmal zu viele um sie einzeln hochzuladen und hier rein zu kopieren, deswegen habe ich ein Album erstellt, das ihr hier finden könnt:
http://picasaweb.google.com/c.loemke/FotosZumNeuenJahr#

Montag, 13. Dezember 2010

Fotos dazu.

Wie versprochen nun noch ein paar Bilder.
Von oben nach unten:
1: Ja, ganz stolz präsentiere ich mein Visum, so sieht es aus, für alle die es interessiert.
2: Auch wenn es leider ein ganz schreckliches Klischee ist, hat es zumindest am letzten Freitag gestimmt: der Sonnenuntergang war der Hammer. Wir haben uns mit ein paar Freiwilligen und Leuten vom DED auf dem Nyangabwe Hill getroffen und den Anblick genossen.
3: Ebenso, Sonnenuntergang zwischen Bäumen hindurch. Ganz interessant finde ich, das fast das komplette Farbspektrum vertreten ist.
4: Das Foto ist im SOS-Kinderdorf hier in Francistown entstanden, wo ich ja im Moment arbeite. Links im Bild ist Franka zu sehen, auch schwer beladen..
5: Auch dieses Foto ist beim Spielen entstanden.
6: Zebras...
7: ...und Nashörner, die Wir während des Game Drives gesehen haben, den Wir beim Zwischenseminar gemacht haben.













Sonntag, 12. Dezember 2010

Tage 58-82

Hui, hui! Viel Zeit vergangen seit dem letzten Eintrag, fast ein Monat. Nun was ist alles seitdem passiert? Oft passieren Sachen und ich denke „das musst du in deinen Blog schreiben“, aber dann vergesse ich sie wieder. Also hier jetzt das Wichtigste der vergangenen Tage und Wochen in recht knapper Form.
Nach dem letzten Eintrag machte ich mich also auf gen Gaborone, um dort endlich mein Exemption Certificate für das gesamte Jahr zu erhalten. Und tatsächlich: es hat geklappt!
Anstatt Freitag habe ich es zwar erst am späten Montagnachmittag erhalten, sodass ich bis Dienstag anstatt Sonntag in Gabs bleiben musste, aber jetzt ist das abgehakt. Der Aufkleber sieht sogar ganz chic aus, hehe.
An diesem Wochenende war in Gabane, dem Ort wo Nina und Sina wohnen, eine Priest Ordination, also eine Priesterweihe. Da es die Kirche war, die als Träger für Ninas Projekt fungiert, waren wir eingeladen. Es war eine riesige Veranstaltung: ein gigantisches Zelt, in dem ein Kirchenaltar aufgebaut war, um die tausend Gäste, eine Messe die ca. viereinhalb Stunden dauerte und danach Mittagessen für alle. Ein cooles Erlebnis, auch wenn es ziemlich zäh war...
Am Freitag darauf war dann der letzte Schultag vor den Ferien und für mich bedeutete dies am Wochenende wieder Sachen packen, denn das Zwischenseminar in der „Khama Rhino Sanctuary“, mit drei- bis viertausend Hektar einem der kleinsten Wild- und Naturschutzgebiete Botswanas nahe der Stadt Serowe, welche etwa in der Mitte zwischen Gaborone und Francistown liegt, stand an. Dort trafen sich alle Freiwilligen des DED in Botswana, insgesamt 15 glaube ich, zusammen mit einigen anderen Freiwilligen, die mit Kulturweit e.V. in umliegenden Ländern (Namibia, Südafrika, Mozambique, Madagaskar) einen Freiwilligendienst ableisteten. Während des Seminars wurden die Projekte reflektiert, interkulturelle Probleme erläutert und neue Ideen besprochen. Ein Highlight des Seminars war natürlich der Game Drive, eine Art Mini-Safari. Wir wohnten mitten in dem Reservat und fuhren dann mit offenen Autos in das Reservat. Dort sahen Wir Zebras, Impalas, Straussen, Nashörner und so einige andere Tierchen. Sehr cool war eine Warzenschwein-Mama mit ihren kleinen Kindern.
Nach dem Seminar kamen Franka und Nina mit zu mir, da ihre Projekte während der Ferien genauso wie meines geschlossen haben und Wir haben nun schon eine Woche im SOS-Kinderdorf in Francistown gearbeitet. Wir machen dort eine Art Vormittagsbetreuung, da die Kinder dort während der Ferien nichts zu tun haben. Die Arbeit macht sehr viel Spaß, die Kids sind sehr offen und freuen sich jetzt schon immer, wenn wir kommen.
Die beiden Mädels bewohnen das Gästezimmer, das ich in „meinem Haus“ noch habe und bis jetzt komme ich mit der Gesellschaft sehr gut zurecht, ich bin wohl glücklicherweise durch das alleine Wohnen noch nicht zu einem Sozialkrüppel geworden :-)
Gestern Abend waren Wir mit der gesamten deutschen Francistown-Fraktion plus Besuch auf dem Nyangabwe Hill und haben uns den Sonnenuntergang angeschaut, auch ein cooles Erlebnis.
Tjoa, so viel ist garnicht passiert bis jetzt. Mittlerweile steigt die Vorfreude auf das Weihnachtsfest, das ich mit Nina und Franka an den Victoria Falls verbringen werde; ohne Tannenbaum und Schnee.
Die komplette vorweihnachtliche Stimmung, die sonst um diese Zeit immer geherrscht hat (und es jetzt wohl in Deutschland auch tut), geht hier vollkommen an mir vorbei. Die Supermärkte sind mit Lametta geschmückt und in vielen Geschäften hängen weihnachtliche Werbeplakate, aber das alleine kann in mir bei 30-35° Außentemperatur keine adventlichen Gefühle hervorrufen. Tatsächlich habe ich mich in den vergangenen Tagen mehrmals mit Sonnenschutz eingecremt, da ich Montag einen leichten Sonnenbrand bekommen hatte. Der Geruch von dem Nivea-Zeug ruft dann aber eher Erinnerungen an den Sommerurlaub am Meer hervor. Naja, ich finde das nicht schlimm und freue mich darüber Weihnachten mal aus einer ganz anderen Perspektive zu erleben.
Ich melde mich, wenn es was neues gibt, haltet die Ohren steif und ich freue mich immer über E-Mails!
Liebe Grüße, Clemens

ps: ich war jetzt zugegebenermaßen etwas zu faul um fotos hochzuladen, ich nehme mir aber fest vor, im laufe der woche ein paar rauszusuchen ;-)

Mittwoch, 17. November 2010

Tage 45-57

Naturgewalten, Yoga, Pizza & Wasserschlachten

Das Wochenende, insbesondere der Freitag (05.11.10) nach meinem letzten Blogeintrag wird wohl in die Geschichte Francistowns eingehen. An an ebendiesem Tag entwickelte sich gegen 17:30 ein Gewitter wie ich es bisher noch nicht erlebt habe, zumindest kann ich mich nicht daran erinnern (auch wenn ich den Knall von dem Blitz, der nahe des Wanderheims im Schwarzwald den Baum getroffen hat, noch im Ohr habe).
Es fing an wie immer; Wolken zogen auf, es fing an zu regnen und es wurde windig. Allerdings blieb es nicht dabei, der Wind wurde immer stärker und die Wassermassen die vom Himmel fielen hatte ich hier, im zentralen südlichen Afrika aufgrund der uns umgebenden Vegetationsformen (Wüste, Halbwüste, Steppe) nicht für möglich gehalten. In unwirklicher Weise schien der Wind, mittlerweile eher Sturm, nicht aufzuhören sich zu verstärken. Kombiniert mit dem Regen schien es trotz Vordach, welches fast 2 Meter über meine Fenster hinausragt, als ob ich mich nicht im Haus, sondern in einem Auto befinde, das gerade durch eine Waschanlage fährt. Das Wasser, das an die Fenster geschleudert wurde, war nicht mehr in Tropfenform, es kam mir vor als ob draußen Menschen stünden, die unentwegt eimerweise Wasser gegen mein Fenster schleudern. Zu meiner Überraschung gesellte sich zum Wasser nun auch noch Hagel dazu, der zwar nicht lange liegen blieb, allerdings auch mit solcher Wucht gegen die Hauswand geschlagen wurde, dass sich dort teilweise etwas Farbe löste. Doch das war noch nicht genug, denn der Wind stand genau so, dass er den Regen mit aller Kraft genau gegen die Wand schlug, in der auch meine Haustür ist. Da diese eine normale Holztür, weder abgedichtet noch sonstirgendwas ist, floss unentwegt Wasser unter dem Türschlitz hindurch, was ich glücklicherweise recht früh bemerkte, sodass ich mit Handtuch und Eimer entgegen wirken konnte. So saß ich nun ungefähr 20 Minuten lang auf dem Boden und nahm dreckiges Wasser (bevor es rein floss, floss es natürlich auch draußen über den Boden) auf, wrang es in einen Eimer aus, um direkt wieder von vorne anzufangen. So hatte ich, nachdem sich der Sturm etwas beruhigt hatte fast den Eimer (10L) gefüllt.
Das Ausmaß dieser Winde wurde mir allerdings erst im Nachhinein bewusst, gestaffelt in Etappen. Zuerst kam, als es nur noch leicht nieselte, mein Chef Mr.Ngoma vorbei und fragte ob alles in Ordnung sei. Er animierte mich dazu, aus dem Haus zu treten und nach rechts zu schauen, dort traf mich die nächste Überraschung, ein Baum, nicht mehr als fünf Meter von meiner Hausecke entfernt war einfach umgefallen. Zum Glück war der Wind nicht aus einer anderen Richtung gekommen, sodass er neben das Haus fiel.
Es war mittlerweile fast dunkel, aber der Strom, der bei dem Gewitter natürlich ausgefallen war, kam etwas später wieder.
Am nächsten Morgen wurde mir dann noch etwas deutlicher, wie stark der Sturm gewesen sein musste, im Radius von 30 Metern um mein Haus waren zwei weitere Bäume umgefallen, laut Mr.Ngoma auf dem gesamten Gelände 5. Ein mulmiges Gefühl hatte auch ein Anruf verursacht, den Mr.Ngoma am Abend erhalten hatte, als er bei mir nach dem Rechten sah. Ein Freund bat ihn vorbei zu kommen, da bei dem Sturm das Dach seines Hauses weggeflogen sei.
Wie der Sturm gewütet hat wird auch jetzt noch deutlich, wenn ich durch Francistown fahre. Ich kann einige Häuser sehen, an denen unter Wellblechdächern Steine weggebrochen sind. Besonders auffallend sind die riesigen Reklameschilder die an den Straßen stehen und von gewaltigen Stahlträgern gestützt werden. Doch diese sind angesichts der gewaltigen Last einfach eingeknickt wie Streichhölzer. Auf dem Nyangabwe Hill standen drei riesige Funkmasten, wovon zwei mit Elektronik vollgestopft sind. Glücklicherweise blieben diese stehen, der dritte ist jedoch umgebogen, wie ein langes Gras im Wind. Vielleicht komme ich in nächster Zeit mal wieder auf den Hügel, dann mache ich ein Foto davon.
Während der ersten Hälfte der folgenden Woche nahm ich mit Lara an einem Workshop teil, der im „Technical College for Vocational Education“ hier in Francistown statt fand. Dabei ging es um Yoga, Pilates und Meditation. Darauf angesprochen wurden wir von Lutz, einem Entwicklungszusammenarbeiter des DED, der im College für Sport zuständig ist, wir kennen ihn über Conny. Lara und ich wussten beide nicht was uns erwarten würde, waren aber neugierig und sagten so zu. So haben wir am Montag Yoga und Meditation unter Anleitung einer zertifizierten Yoga-Lehrerin gemacht. Am Dienstag war dann Pilates angesagt und Mittwoch wurde dann den halben Tag beides kombiniert. Auch wenn die Übungen nicht unbedingt schweißtreibend waren, waren sie doch körperlich anstrengend, was sich an den Folgetagen durch gelegentlichen Muskelkater bemerkbar machte. Am Mittwoch ging der Workshop nur bis Mittags und da wir folglich den Nachmittag frei hatten, liehen Lara und ich uns Tennisschläger und Bälle und gingen zu den Tennisplätzen des College, um dort eine Runde zu spielen. Nach einer knappen Stunde waren Wir allerdings bedient, da wir nichts zu trinken mitgenommen hatten und das bei 35° in der prallen Sonne auf Dauer doch sehr anstrengend ist.
Danach wurden Wir von Stefan nach Hause gebracht. Stefan ist auch ein Mitarbeiter des DED und wird ebenfalls im College arbeiten und in Francistown wohnen. Er ist gerade erst nach Botswana gekommen und hatte gerade das College besucht und uns angeboten uns nach Hause zu bringen und sich dann gleich noch unsere Projekte anzusehen.
Am Montag hatten Lara und ich uns entschieden uns Abends zu treffen uns Pizza zu machen, da wir Lust auf was „fettes zu Essen“ hatten. Wir haben also selber Teig gemacht und die Pizza belegt. Bis auf dass diese 3-5 Minuten zu lang im Ofen war und so der Boden etwas dunkel, war sie doch superlecker (siehe Fotos).
Letzte Woche Freitag begleitete ich dann Katlego ein kleines Stück auf ihrem Weg vom Center nach Hause. Kurz vorher hatte Kabelo, ein 13-jähriger Junge aus dem Center, um uns herumgetanzt und Katlego mit einer aus einem Tetrapack gebastelten Wasserpistole „bedroht“. Als ich wieder zum Center kam, ging ich darauf ein und es entwickelte sich eine eineinhalbstündige Wasserschlacht, in der auch ich nicht verschont blieb :)
An diesem Tag war auch Sina aus Gabane, nahe Gaborone nach Francistown gekommen, um Lara und mich hier zu besuchen. Abends gingen Wir zusammen mit James in den Francistown Club, von wo wir uns richtung „Monkey Lounge“ aufmachten, einem Club ganz in der Nähe von Monarch, dem Stadtteil in dem ich wohne. Dort blieben Wir bis ca. 2:00 Uhr und fuhren von dort noch etwas essen.
Am Samstag traf ich mich mit Lara und Sina bei Conny, die dort eine kleine Grillparty veranstaltete. Wir hatten eigentlich noch geplant zum Francistown Club zu gehen, um dort Rugby zu gucken, Wir waren jedoch müde und entschlossen uns um 21:00 Uhr, nach Hause zu gehen.
Am Sonntag habe ich erst mal richtig ausgeschlafen, was auch nur bedingt möglich war, da bereits um 7:00 Uhr Morgens die Kinder auf dem Gelände so einen Lärm machen, dass man aufwacht.
Heute Abend geht’s dann wieder zum Touch Rugby und morgen früh fahre ich nach Gaborone, da mein Waiver wieder ausläuft. Vielleicht (hoffentlich) bekomme ich nun endlich meine endgültige Aufenthaltserlaubnis.
Auch wenn es zwischendurch immer mal den einen oder anderen Tag gibt, an dem ich mich nicht so ganz gut fühle (sowohl körperlich als auch geistig), muss ich doch sagen, dass ich das Gefühl habe, dass sich das Ganze hier positiv entwickelt; ich bekomme mittlerweile mehr Kontakt mit den Kids und ich denke das ist schon mal jede Menge wert.
Sobald es was Neues gibt melde ich mich natürlich,
liebe Grüße,
Clemens





Das war kurz nachdem der Sturm richtig losgelegt hatte, das Wasser floss dann links in die Kueche und breitete sich auch vor der Tuer noch viel weiter aus..

































Diese Aufnahme entstand kurz nachdem alles vorbei war.



Da mein Akku leer war, konnte ich den umgekippten Baum neben meinem Haus erst am naechsten Tag fotografieren.



Das ist die Yoga-Gruppe.



Dieses Bild zeigt die Front des Technical College, ein modernes Gebaeude, das erst vor ca. 3 Jahren errichtet wurde.



Und hier tataa, die Pizza. Sieht doch ganz gut aus oder?

Donnerstag, 4. November 2010

Tage 32-44

Die Pausen zwischen den Blogeinträgen scheinen sich den Tagen anzupassen, sie werden langsam aber sicher länger. Es mag zum Einen daran liegen, dass Vieles mittlerweile nicht mehr ganz so neu ist, zum Anderen, ääh ja, also ich glaube, daran liegt es eigentlich.
Trotzdem hat sich in den letzten Tagen einiges getan und ich habe Sachen erlebt, von denen ich hier (kurz) erzählen möchte.
Am Wochenende nach meinem Geburtstag war ich wie angekündigt in Gaborone, um meine Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen. Diese war (wie halbwegs erwartet) allerdings noch nicht fertig, sodass ich mich damit zufrieden geben musste, dass mein Waiver verlängert wurde, was bedeutet, dass ich am Wochenende 20./21.11. wieder nach Gabs fahren muss. Hoffentlich sind die Permits (sehen tatsächlich recht chic aus, habe einen in einem Pass eines anderen Freiwilligen gesehen) dann fertig.
Nach dem Wochenende in Gabs war es dann tatsächlich so weit; der ICT-Lehrer hatte einen Stundenplan vorbeigebracht. Dieser war mir diesmal allerdings etwas zu vollgepackt, ich sollte wohl jeden morgen 4 Stunden unterrichten, was mir als Abiturient dann doch etwas zu viel auf einmal war. Als ich dann allerdings zur Schule ging, um das Problem anzusprechen, wurde mir gesagt, dass es nur ein Plan ist, nach dem ich mich richten kann, ich kann mir aussuchen zu welchen Stunden ich kommen möchte. Zusätzlich habe ich noch vereinbart, erst mal nur zuzuschauen und dann und wann etwas zu assistieren.
Also gehe ich jetzt drei mal die Woche morgens in die Schule (ich hatte irgendwie gehofft, dass ich das hinter mir habe..) und helfe im Computerunterricht. Allerdings ähneln sich die Stunden, soweit ich das bisher mitbekommen habe, sodass ich darüber nachdenke, eventuell zu fragen ob ich noch in anderen Fächern zuschauen/mithelfen kann. Sport oder Musik vielleicht?
Die Nachmittagsaufgaben haben sich allerdings leider noch nicht so herauskristallisiert. Ich habe mit ein paar von denk Kids mittlerweile regelmäßigen Kontakt, es gibt drei Jungs die gerne mal bei mir im Haus vorbeischauen und Musik hören. Dabei wünschen sie sich oft schon nach 30 Sekunden ein neues Lied. Das geht zwar auf Dauer etwas auf die Nerven, aber es ist auch cool, wenn sie sagen, dass ihnen Gisbert zu Knyphausen gefällt oder sie wieder Lieder von meiner Band hören wollen.
Letzten Freitag war ich dann mit Lara auf der Suche nach einem guten Ort, um einen netten Abend zu verbringen. Wir hatten schon vom „Francistown Club“ gehört, wo sich auch „Barbaras Bistro“ befinden sollte. Also nahmen wir uns ein Taxi zum Francistown Club. Dort angekommen war ich sehr überrascht, es war ein Rugbyfeld, am Rand war eine Bar, der Francistown Club. Was aber viel merkwürdiger für mich war, war die Tatsache, dass sich dort nur Weiße aufhielten. Dies war irgendwie ein befremdlicher Anblick. Dort tranken Wir ein Bier und fragten dann nach dem Weg zu Barbaras Bistro, das Wir noch nicht gesehen hatten. Dort angekommen war ich doch sehr verwundert, da es sich als recht chices Restaurant herausstellte. Die Bedienung konnte uns allerdings auf den „Main Club“ verweisen, eine Art Bar hinter dem Restaurant. Dort war Halloween Party, diese sollte allerdings 50 Pula (ca. 5€) Eintritt kosten, sodass Wir uns dafür entschieden, wieder zum Francistown Club zu gehen. Interessant war, dass ein Bier in der Bar mit 9 Pula (90 Cent) nicht viel teurer war als im Laden (7-8 Pula).
Als wir dann nach Hause wollten, fragten Wir an der Bar, wo Wir in der Nähe ein Taxi bekommen könnten. Daraufhin sprach uns ein Mann an, der sich uns als James vorstellte und meinte, dass es um diese Uhrzeit zu gefährlich sei, ein Taxi zu nehmen; er würde uns nach Hause bringen. Wir kamen ins Gespräch und er erzählte uns vom „Beerfest“, das am nächsten Tag am Francistown Club stattfinden würde. Wir hatten am Main Club schon ein Plakat gesehen, dass dafür warb. Es sollte 100 Pula Eintritt kosten. Dies machte uns etwas skeptisch, da Essen und Getränke noch extra kosten sollten. James wischte unsere Zweifel allerdings weg, indem er uns einlud. Er würde sich am nächsten Tag bei uns melden.
Am Samstagmorgen fuhr ich zu Lara und dort wurden wir von Conny abgeholt, um über Mittag bei ihr zu sein. Dort unterhielten wir uns, aßen was, benutzten Connys Internet und den Pool. Um 15:00 riefen wir dann James an, da er sich noch nicht bei uns gemeldet hatte. Er war ca. eine halbe Stunde von Francistown entfernt und wollte uns dann abholen. So geschah es dann auch, er holte uns ab und nahm uns mit zum Francistown Club. Dort war ein großes Zelt mit Beamer aufgebaut, es gab Essensstände und es war recht viel los. Ich frage mich immer noch, warum es „Beerfest“ hieß, da es keine besondere Bierveranstaltung war, obwohl natürlich auch Bier getrunken wurde.
James bezahlte uns den Eintritt und mit der Eintrittskarte hatten wir das Recht auf ein T-Shirt, auf das „Francistown Tuskers R.F.C.“ (der Rugbyclub) und „Beerfest 2010“, sowie das Logo des Clubs, ein Elefant, im Nackenbereich eingestickt waren. Neben dem Eintritt bekamen wir von James noch eine Getränkekarte, mit der Wir uns Getränke besorgen konnten. Der Sinn der Veranstaltung wurde mir dann wenig später klar, als der Beamer eingeschaltet wurde und die Vorberichte zum Finale der Rugbymeisterschaft Südafrikas liefen. Es war ein netter Abend, währenddessen ich auch noch „Fish“ kennenlernte. Er ist ein Student (glaube ich) aus Simbabwe und spielt bei den Francistown Tuskers. Er wird „Fish“ genannt, da sein Nachname eben genau so übersetzt wird. Er erzählte mir, dass diese Saison für das Team wohl nicht so gut gelaufen ist, er aber Besserung für die nächste Saison, die im kommenden Frühjahr beginnt, erwartet. James und Fish luden mich für Mittwoch zum „Touch Rugby“ ein, einer Art Rugby, in der der Ball führende bei Berührung durch einen Gegenspieler anhalten muss. Ich glaube die weiteren Regeln sind so ähnlich wie beim „normalen“ Rugby. Also bin ich gestern dort hin und habe ohne jegliche Vorkenntnisse mit Touch Rugby angefangen. Es ist ein absolut faires, fast kontaktfreies Spiel und dennoch fühle ich mich heute den ganzen Tag, als wäre ich von einem LKW überfahren worden. Ich glaube es liegt daran, dass ich seit längerer Zeit nicht mehr wirklich Sport gemacht habe. Es hat allerdings viel Spass gemacht, ich habe sogar einen erfolgreichen Try (sowas wie Touchdown beim American Football) gemacht und mein Team (die Youngsters, mit ein paar Älteren) hat das andere mit 5:4 geschlagen (Jeder erfolgreiche Try zählte einen Punkt).
Es ist auf jeden Fall gut, ein paar Menschen kennenzulernen, die schon länger hier wohnen und einem ein bisschen was über Francistown erzählen können.
Nach dieser Woche sind es noch drei Wochen und dann sind auch schon Weihnachtsferien hier. Ich werde mich in den nächsten Tagen mal darum kümmern, dass ich während der Ferien im SOS Kinderdorf arbeiten kann, da die Kids hier während der Ferien zu Hause sind und ich dann woanders arbeiten soll.
Bis auf meine temporären körperlichen Schmerzen (primär Muskelkater) muss ich sagen, dass es mir momentan ganz gut geht. Ich hoffe bei euch ist es genauso!
Liebe Grüße aus dem teilweise gewittrigen, regnerischen, wolkigen aber meistens sonnigen Francistown,
Clemens