Seminar und Film
Nachdem ich aus Kenia wieder zurück in Francistown war, ging es direkt wieder mit Arbeit los. Die Schule öffnete zwar erst am Mittwoch, doch die Kids kamen bereits ab Montag wieder ins Center.
Am Freitag-Mittag saß ich allerdings schon wieder auf gepackten Koffern, da Conny Lara und mich in ihrem Auto nach Gaborone mitnahm. Dort fand am folgenden Montag und Dienstag im Gästehaus ein zweites Zwischenseminar statt.
Am Freitag abend fuhr ich von Gaborone aus direkt weiter nach Ramotswa, das etwa eine Stunde südlich von Gaborone liegt. Dort wohnt Piet, ein Freiwilliger einer anderen Organisation. Am Samstag machte ich ich mich auf den Weg nach Gabane, um mich mit Nina, Franka und Bea zu treffen. Von dort aus fuhren Wir am Sonntag weiter zum Gästehaus und am Montag hatten Wir das Seminar.
Dabei ging es um interkulturelle Konfliktstile, Kommunikation, Motivation und Projektmanagement. Es waren zwei interessante Tage mit einigen neuen Erkenntnissen. Am Mittwoch traf sich das Film-Team und wir fuhren zum SOS-Kinderdorf in Tlokweng, Gaborone, um dort ein paar Aufnahmen zu machen. Gleiches taten Wir am Donnerstag in Ninas Projekt in Gabane. Am Freitagmorgen machten Wir ein Interview mit Frank Hartkopf vom Hoff, dem Landesdirektor der GIZ in Botswana.
Nachdem Joschka beim zweiten Zwischenseminar der ersten Einreisegruppe schon Martina und Jes, sowie weitere Freiwillige interviewt hat, fehlen nur noch Aufnahmen bei einem Projekt und mit diesem Teil unseres Filmprojektes sind Wir fertig.
Momentan ist leider noch unklar, wo Wir den Film schneiden können, aber ich bin positiv gestimmt, dass sich das in den nächsten Tagen entscheiden wird.
Am Freitagmittag bin ich dann zurück nach Francistown gefahren und habe mich am Abend noch mit Daniel, einem Freiwilligen aus den USA auf ein Bierchen in der Stadt getroffen.
Voraussichtlich werde ich am nächsten Wochenende wieder zu einem kleinen Urlaub aufbrechen, dazu dann im nächsten Blogeintrag mehr.
Liebe Grüße nach Deutschland aus dem abends mittlerweile etwas kühleren Botswana,
Clemens
Sonntag, 17. April 2011
Tage 178-196
Schaukelstühle und Seesterne
Am Mittwoch, den 16.03.2011 hatte ich dann auch erst mal genug gearbeitet. Mittags ging es mit gepacktem Rucksack zum Bus Rank und von da per Bus nach Gaborone. Am nächsten Morgen schaute ich noch kurz im Büro vorbei um mein Chibuku T-Shirt abzuholen. Chibuku ist übrigens eine Art Bier, die hier in Botswana gebraut wird. Es wird in Tetra-Paks verkauft und ist relativ stückig und dickflüssig. Ein Liter kostet etwa 60 Cent.
Vom Büro aus fuhr ich dann per Taxi zum Flughafen, wo mich ein lang ersehnter Flug erwartete; KQ714 von Gaborone nach Nairobi.
Scheinbar ist es so als könnte ich im Flugzeug nicht sauber bleiben. Wer nicht mehr weiß was gemeint ist, lese sich den Abschnitt des ersten Blogeintrags nochmal durch, in dem es um den Flug von Frankfurt nach Johannesburg geht. Dieses mal war es kein Bier sondern jede Menge Reis mit Sauce, der sich unerklärlicherweise aus dem Alubehältnis über meine Hose verstreute. Aber halb so wild, der bierdurchtränkten Hose waren ja auch 6 bisher sehr schöne Monate gefolgt, also eher ein gutes Zeichen.
Nach vierstündigem Flug und einstündiger Zeitverschiebung landete ich um 17h in Kenia. Als ich aus dem Flugzeug stieg, kam direkt der erste Schock; es war (vielleicht durch Nieselregen verstärkt) gefühlt mindestens 30° kälter als in Botswana.
Fiona holte mich vom Flughafen ab und Wir fuhren per Taxi in die Stadt, von wo Wir um 22h per Bus weiter nach Mombasa fuhren.
Diese Episode würde ich ganz gerne aus meinem Kopf streichen, aber ich glaube das geht nicht. Als ich in den Bus stieg, war das erste was ich dachte „wow“, denn statt der in Botswana üblichen Bestuhlung mit 2 Sitzen links und 3 Sitzen rechts hatte der Bus auf beiden Seiten 2 Sitze, also mehr Platz und dadurch ein großes Plus an Komfort. Die Sitze waren auch sehr gemütlich.
Als sich der Bus dann in Bewegung setzte, merkte ich, dass die Lehne nicht sehr steif war und ich so anfing vor und zurück zu schaukeln. Dies setzte sich während der gesamten folgenden 8-stündigen Fahrt fort und fühlte sich zeitweilig so an, als würde ich in einem Schaukelstuhl auf einem Rallye-Auto sitzen.
Mit leichtem Schleudertrauma kam ich (die anderen Stühle wackelten nicht so sehr) morgens um 6 dann in Mombasa an. Und diese Stadt bot mir nach Nairobi innerhalb von 12 Stunden zum zweiten Mal das Gefühl, völlig überrannt zu werden. Menschen, Autos, Busse, Motorräder, hohe Häuser, mehrspurige Straßen, Lärm, Gestank, Müll, Musik und unendlich viele Eindrücke mehr boten mir einen so krassen Unterschied zum beschaulichen Botswana, den ich nicht ganz erwartet hatte. Dennoch gefiel mir Mombasa sofort, vielleicht auch, weil es deutlich wärmer war als in Nairobi. Vom Bus aus machten Wir (Fiona und ich wurden von Ann-Kathrin, Fionas Mitbewohnerin und ihrem Freund Joseph begleitet) uns auf den Weg zu einem Hostel, was die beiden Mädels im Internet gefunden hatten. Als Wir vor Ort waren, konnten Wir das Hostel allerdings nicht finden. In der Gegend gab es aber noch ein anderes Hotel, welches zwar etwas teurer war, aber immerhin ein Platz zum schlafen.
Da Wir im Bus alle nicht besonders viel geschlafen hatten, legten Wir uns erstmal hin und brachen dann mittags auf zum Strand. Und schon hatte sich der Urlaub gelohnt. Weißer Sand, Palmen und blaues Wasser, ein Strand wie im Werbeprospekt, wenn auch mit etwas Müll.
Am nächsten Tag suchten Wir uns ein Hotel etwas zentraler in Mombasa und blieben dort für zwei Nächte (Joseph und Ann-Kathrin brachen nach der ersten wieder Richtung Nairobi auf, da sie wieder arbeiten mussten). Währenddessen besuchten Wir ein Internet-Café und suchten nochmal nach dem Hostel, wo Wir ursprünglich hin wollten. Auf einer anderen Internetseite fanden Wir eine andere Adresse und so fuhren Fiona und ich in das Städtchen Mtwapa, etwa 10 km nördlich von Mombasa und nach recht langem hin- und hergefahre fanden Wir das Hostel, das sich „The Beach Africa“ nennt und direkt am Stand liegt. Es ist echt paradiesisch, ich kann allen Kenia bzw. Mombasa-Urlaubern nur empfehlen, da hin zu fahren. Es hat für uns beide umgerechnet etwa 8,40€ pro Nacht gekostet, Frühstück inclusive. Dort blieben Wir drei Nächte und machten unter anderem einen Schnorcheltrip. Dabei sah ich neben vielen bunten Fischen und einem Kugelfisch auch einen Seestern mit etwa 30cm Durchmesser.
Nach sechs Übernachtungen in und um Mombasa ging es dann per Bus zurück nach Nairobi. Wir hatten ursprünglich vorgehabt, mit dem Zug zu fahren, aber das Ticket dafür war drei mal so teuer wie der Bus und die Zugfahrt dauert 14 Stunden im Vergleich zu 8 mit dem Bus.
Von Nairobi aus fuhren Wir dann direkt weiter zu Fionas Projekt, wo Wir ein paar Tage blieben. Die Schule wo Fiona arbeitet und lebt liegt auf 2400 Metern im Rift Valley und es war super, mal wieder halbwegs richtige Berge zu sehen.
Die letzten Tage verbrachten Wir in Nairobi, wo Wir noch mehrere Märkte besuchten und auf dem „Kenyatta Conference Center“, einem der höchsten Gebäude Nairobis, waren. Am 03.04. nahm ich dann morgens den Flug zurück nach Gaborone, von wo aus ich nach Francistown weiterflog.
Insgesamt war es ein sehr schöner Urlaub in einem Land das ganz anders ist als Botswana, aber bestimmt genau so schön.
Hier der Link zu den Fotos:
https://picasaweb.google.com/c.loemke/Kenia?authkey=Gv1sRgCMbGzc_o_aOnjAE#
Am Mittwoch, den 16.03.2011 hatte ich dann auch erst mal genug gearbeitet. Mittags ging es mit gepacktem Rucksack zum Bus Rank und von da per Bus nach Gaborone. Am nächsten Morgen schaute ich noch kurz im Büro vorbei um mein Chibuku T-Shirt abzuholen. Chibuku ist übrigens eine Art Bier, die hier in Botswana gebraut wird. Es wird in Tetra-Paks verkauft und ist relativ stückig und dickflüssig. Ein Liter kostet etwa 60 Cent.
Vom Büro aus fuhr ich dann per Taxi zum Flughafen, wo mich ein lang ersehnter Flug erwartete; KQ714 von Gaborone nach Nairobi.
Scheinbar ist es so als könnte ich im Flugzeug nicht sauber bleiben. Wer nicht mehr weiß was gemeint ist, lese sich den Abschnitt des ersten Blogeintrags nochmal durch, in dem es um den Flug von Frankfurt nach Johannesburg geht. Dieses mal war es kein Bier sondern jede Menge Reis mit Sauce, der sich unerklärlicherweise aus dem Alubehältnis über meine Hose verstreute. Aber halb so wild, der bierdurchtränkten Hose waren ja auch 6 bisher sehr schöne Monate gefolgt, also eher ein gutes Zeichen.
Nach vierstündigem Flug und einstündiger Zeitverschiebung landete ich um 17h in Kenia. Als ich aus dem Flugzeug stieg, kam direkt der erste Schock; es war (vielleicht durch Nieselregen verstärkt) gefühlt mindestens 30° kälter als in Botswana.
Fiona holte mich vom Flughafen ab und Wir fuhren per Taxi in die Stadt, von wo Wir um 22h per Bus weiter nach Mombasa fuhren.
Diese Episode würde ich ganz gerne aus meinem Kopf streichen, aber ich glaube das geht nicht. Als ich in den Bus stieg, war das erste was ich dachte „wow“, denn statt der in Botswana üblichen Bestuhlung mit 2 Sitzen links und 3 Sitzen rechts hatte der Bus auf beiden Seiten 2 Sitze, also mehr Platz und dadurch ein großes Plus an Komfort. Die Sitze waren auch sehr gemütlich.
Als sich der Bus dann in Bewegung setzte, merkte ich, dass die Lehne nicht sehr steif war und ich so anfing vor und zurück zu schaukeln. Dies setzte sich während der gesamten folgenden 8-stündigen Fahrt fort und fühlte sich zeitweilig so an, als würde ich in einem Schaukelstuhl auf einem Rallye-Auto sitzen.
Mit leichtem Schleudertrauma kam ich (die anderen Stühle wackelten nicht so sehr) morgens um 6 dann in Mombasa an. Und diese Stadt bot mir nach Nairobi innerhalb von 12 Stunden zum zweiten Mal das Gefühl, völlig überrannt zu werden. Menschen, Autos, Busse, Motorräder, hohe Häuser, mehrspurige Straßen, Lärm, Gestank, Müll, Musik und unendlich viele Eindrücke mehr boten mir einen so krassen Unterschied zum beschaulichen Botswana, den ich nicht ganz erwartet hatte. Dennoch gefiel mir Mombasa sofort, vielleicht auch, weil es deutlich wärmer war als in Nairobi. Vom Bus aus machten Wir (Fiona und ich wurden von Ann-Kathrin, Fionas Mitbewohnerin und ihrem Freund Joseph begleitet) uns auf den Weg zu einem Hostel, was die beiden Mädels im Internet gefunden hatten. Als Wir vor Ort waren, konnten Wir das Hostel allerdings nicht finden. In der Gegend gab es aber noch ein anderes Hotel, welches zwar etwas teurer war, aber immerhin ein Platz zum schlafen.
Da Wir im Bus alle nicht besonders viel geschlafen hatten, legten Wir uns erstmal hin und brachen dann mittags auf zum Strand. Und schon hatte sich der Urlaub gelohnt. Weißer Sand, Palmen und blaues Wasser, ein Strand wie im Werbeprospekt, wenn auch mit etwas Müll.
Am nächsten Tag suchten Wir uns ein Hotel etwas zentraler in Mombasa und blieben dort für zwei Nächte (Joseph und Ann-Kathrin brachen nach der ersten wieder Richtung Nairobi auf, da sie wieder arbeiten mussten). Währenddessen besuchten Wir ein Internet-Café und suchten nochmal nach dem Hostel, wo Wir ursprünglich hin wollten. Auf einer anderen Internetseite fanden Wir eine andere Adresse und so fuhren Fiona und ich in das Städtchen Mtwapa, etwa 10 km nördlich von Mombasa und nach recht langem hin- und hergefahre fanden Wir das Hostel, das sich „The Beach Africa“ nennt und direkt am Stand liegt. Es ist echt paradiesisch, ich kann allen Kenia bzw. Mombasa-Urlaubern nur empfehlen, da hin zu fahren. Es hat für uns beide umgerechnet etwa 8,40€ pro Nacht gekostet, Frühstück inclusive. Dort blieben Wir drei Nächte und machten unter anderem einen Schnorcheltrip. Dabei sah ich neben vielen bunten Fischen und einem Kugelfisch auch einen Seestern mit etwa 30cm Durchmesser.
Nach sechs Übernachtungen in und um Mombasa ging es dann per Bus zurück nach Nairobi. Wir hatten ursprünglich vorgehabt, mit dem Zug zu fahren, aber das Ticket dafür war drei mal so teuer wie der Bus und die Zugfahrt dauert 14 Stunden im Vergleich zu 8 mit dem Bus.
Von Nairobi aus fuhren Wir dann direkt weiter zu Fionas Projekt, wo Wir ein paar Tage blieben. Die Schule wo Fiona arbeitet und lebt liegt auf 2400 Metern im Rift Valley und es war super, mal wieder halbwegs richtige Berge zu sehen.
Die letzten Tage verbrachten Wir in Nairobi, wo Wir noch mehrere Märkte besuchten und auf dem „Kenyatta Conference Center“, einem der höchsten Gebäude Nairobis, waren. Am 03.04. nahm ich dann morgens den Flug zurück nach Gaborone, von wo aus ich nach Francistown weiterflog.
Insgesamt war es ein sehr schöner Urlaub in einem Land das ganz anders ist als Botswana, aber bestimmt genau so schön.
Hier der Link zu den Fotos:
https://picasaweb.google.com/c.loemke/Kenia?authkey=Gv1sRgCMbGzc_o_aOnjAE#
Tage 141-177
Meetings und Filme
Anfang des Jahres sind die deutschen Organisationen DED, GTZ und Inwent zu einer großen Organisation zusammengewachsen. Seit dem 1.1. bin ich also nun nicht mehr beim DED sondern bei der GIZ, der deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit. Mehr dazu kann unter www.giz.de nachgelesen werden.
Im Februar gab es in Phakalane bei Gaborone nun ein großes „Joint Staff Meeting“, bei dem sich alle Mitarbeiter die für die GIZ in Botswana arbeiten getroffen haben, um sich gegenseitig kennen zu lernen und zu erfahren, was die anderen so machen. Dazu waren auch alle Freiwilligen eingeladen.
An den beiden folgenden Tagen fand die Jahreshauptversammlung des ehemaligen DED statt. Dort sollte auch unsere weltwärts Programm Managerin Martina einen Bericht vortragen. Dazu hatte sie Hanna, eine Freiwillige die in Lobatse arbeitet und mich eingeladen, damit Wir die Sicht der Freiwilligen vorstellen konnten.
Ursprünglich sollten Wir am Mittwoch Nachmittag dran sein, sodass ich geplant hatte, in der Mittagspause noch einmal meine Notizen anzuschauen. Morgens ging aber alles so schnell, dass unser Vortrag noch vor das Mittagessen geschoben wurde. Zudem war Hanna auch noch krank, sodass ich als einziger Freiwilliger unvorbereitet und spontan einen englischen Vortrag vor wichtigen Persönlichkeiten der Partnerinstitutionen der GIZ, der deutschen Botschafterin und anderen halten musste. Im Endeffekt war es aber nicht so wild und mir wurde im Nachhinein auch ein ordentliches Auftreten bescheinigt, sodass das Gefühl kein ganz schlechtes war.
Insgesamt war es eine gute Möglichkeit einen Einblick in die Vorgänge innerhalb einer Organisation zu blicken, die man sonst nicht so ohne weiteres mitbekommt und für mich eine interessante Erfahrung.
Vor und nach den Meetings in Phakalane sind Wir auch mit unserem Film voran gekommen.
Am Wochenende davor waren Wir in Mochudi, bei Joschkas Organisation „Stepping Stones International“ und haben dort Interviews und andere Aufnahmen gemacht. Nach den Meetings haben Wir ein paar Freiwillige interviewt und am Wochenende danach waren Nina, Joschka und ich in Francistown und haben Aufnahmen im Lephoi Centre gemacht.
Dann fuhren Joschka und Nina zurück nach Gaborone bzw. Mochudi und Gabane und ich habe erstmal wieder angefangen zu arbeiten.
Anfang des Jahres sind die deutschen Organisationen DED, GTZ und Inwent zu einer großen Organisation zusammengewachsen. Seit dem 1.1. bin ich also nun nicht mehr beim DED sondern bei der GIZ, der deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit. Mehr dazu kann unter www.giz.de nachgelesen werden.
Im Februar gab es in Phakalane bei Gaborone nun ein großes „Joint Staff Meeting“, bei dem sich alle Mitarbeiter die für die GIZ in Botswana arbeiten getroffen haben, um sich gegenseitig kennen zu lernen und zu erfahren, was die anderen so machen. Dazu waren auch alle Freiwilligen eingeladen.
An den beiden folgenden Tagen fand die Jahreshauptversammlung des ehemaligen DED statt. Dort sollte auch unsere weltwärts Programm Managerin Martina einen Bericht vortragen. Dazu hatte sie Hanna, eine Freiwillige die in Lobatse arbeitet und mich eingeladen, damit Wir die Sicht der Freiwilligen vorstellen konnten.
Ursprünglich sollten Wir am Mittwoch Nachmittag dran sein, sodass ich geplant hatte, in der Mittagspause noch einmal meine Notizen anzuschauen. Morgens ging aber alles so schnell, dass unser Vortrag noch vor das Mittagessen geschoben wurde. Zudem war Hanna auch noch krank, sodass ich als einziger Freiwilliger unvorbereitet und spontan einen englischen Vortrag vor wichtigen Persönlichkeiten der Partnerinstitutionen der GIZ, der deutschen Botschafterin und anderen halten musste. Im Endeffekt war es aber nicht so wild und mir wurde im Nachhinein auch ein ordentliches Auftreten bescheinigt, sodass das Gefühl kein ganz schlechtes war.
Insgesamt war es eine gute Möglichkeit einen Einblick in die Vorgänge innerhalb einer Organisation zu blicken, die man sonst nicht so ohne weiteres mitbekommt und für mich eine interessante Erfahrung.
Vor und nach den Meetings in Phakalane sind Wir auch mit unserem Film voran gekommen.
Am Wochenende davor waren Wir in Mochudi, bei Joschkas Organisation „Stepping Stones International“ und haben dort Interviews und andere Aufnahmen gemacht. Nach den Meetings haben Wir ein paar Freiwillige interviewt und am Wochenende danach waren Nina, Joschka und ich in Francistown und haben Aufnahmen im Lephoi Centre gemacht.
Dann fuhren Joschka und Nina zurück nach Gaborone bzw. Mochudi und Gabane und ich habe erstmal wieder angefangen zu arbeiten.
Sonntag, 6. Februar 2011
Tage 111-140
Arbeit, Regen, Arbeit
Hallo!
Und wieder ist fast ein Monat rum, wenn das so weiter geht, dass die Zeit immer schneller vergeht, wird der letzte Monat nur noch gefühlte fünf Minuten dauern...
Seit der letzten Meldung habe ich nun wieder angefangen hier im Projekt zu arbeiten.
Momentan macht es viel Spaß, es hat sich ein wenig verändert. In die Schule gehe ich momentan nicht mehr, da ich dort lieber im Sport- als Computerunterricht helfen möchte. Dies dauert allerdings seine Zeit und so bin ich geduldig – wie in der Zeit als ich auf die Einteilung für den Computerunterricht gewartet habe – und übernehme Aufgaben im Center. So habe ich die Aufgabe bekommen, Bestandslisten von bestimmten Gegenständen im Center in Excel-Tabellen zu übertragen. Als Beispiel: Waschpulver. Waschpulver wird gespendet, eingekauft und and die Wäscherei sowie die Hostels ausgegeben. All dies wird schriftlich dokumentiert, zu meinem Leidwesen in verschiedenen Büchern. So gibt es ein Donation Book, in dem alle Spenden an das Center aufgeführt sind, ein Buch in dem alle Einkaufbelege gesammelt werden, sowie Bücher in denen genau protokolliert wird, wann, wie viel an wen ausgegeben wird.
Aus diesen Büchern habe ich also an einigen Vormittagen alle Einträge zu Waschpulver seit 2008 rausgesucht und in eine Tabelle zusammengetragen. Dies dient der besseren Übersicht.
An den Nachmittagen helfe ich nun vermehrt bei den Hausaufgaben, was eine interessante Aufgabe ist, da ich zum Beispiel kein Fach „Agriculture“ hatte.
Die meisten erledigen ihre Hausaufgaben in „Braille“, der „Blindenschrift“ und oft bestehen diese darin, englische Texte in Braille aufzuschreiben. Hier lese ich dann den Text vor und überprüfe, indem ich die Kinder das Geschriebene buchstabieren lasse, ihre Arbeit auf Richtigkeit.
Freitag des letzten Wochenendes habe ich den „Freitag-Film“ eingeführt. Die Idee kam mir dazu, als ich gerade mit einem Jungen seine Hausaufgaben beendet hatte. In dem Moment kam ein anderer Junge und hatte mehrere DVDs dabei, einige voll mit Musik und auf zwei waren auch Filme. Er fragte ob wir den nicht jetzt gucken könnten. Da war ich mir allerdings nicht sicher und meinte, da erst mit Mr.Ngoma drüber sprechen zu müssen. Gleichzeitig ist mir eingefallen, dass das Lephoi Centre auch einen Beamer besitzt und so habe ich meinen Chef darauf angesprochen. Dem gefiel die Idee und so schauten Wir an besagtem Freitag im Konferenzraum mit fast allen Kindern zusammen einen Film auf Setswana. Von der Sprache habe ich nicht allzu viel verstanden, aber durch die Bilder wurde der Großteil des Zusammenhangs klar.
Es war eine gute Idee, die Kids haben viel gelacht und sich gefreut. Denen, die gar nichts sehen können, haben die anderen Kids zwischendurch immer erzählt, was gerade passiert.
Im Laufe nächsten Woche wurde ich dann immer wieder gefragt, ob Wir nicht schon „heute“ einen Film gucken können. Das habe ich aber abgelehnt, da ich die Idee gut finde, den Film am Freitag als längerfristige Institution einzuführen und wenn Wir dann innerhalb von einer Woche alle Filme gucken, die die Kids haben, wird das nichts.
Vorgestern haben Wir dann die Fortsetzung des Films geschaut und die Kids waren wieder happy.
Neben meiner Arbeit im Projekt plane ich zusammen mit ein paar anderen Freiwilligen nun einen Film über weltwärts in Botswana. Hier sollen Projekte, GIZ und Freiwillige vorgestellt sowie das Programm reflektiert werden. Momentan sind Wir dabei, das Script zu verfassen und werden wohl Ende Februar die Aufnahmen machen. Ob der Film dann schon vor meinen Osterferien (am 17.03. fliege ich ja nach Kenia) oder erst danach fertig wird, kann ich nicht einschätzen, denke aber momentan, dass es eher später wird.
Ansonsten ist das Wetter hier recht merkwürdig. Seit einer Woche ist wieder bis auf einen Tag fast nur die Sonne zu sehen gewesen, verbunden mit heißen Temperaturen. Den Januar über hat es jedoch ziemlich heftige Regenfälle gegeben. An einem Tag bin ich in die Stadt zum Einkaufen gefahren und als ich den Laden betrat, war der Himmel schon recht dunkel. Während des Einkaufs ging es dann los; der Regen prasselte so stark, dass man ihn sogar im Supermarkt aufs Dach fallen hörte. Als ich fertig war, wartete ich noch eine Viertelstunde unter einem Vordach bis der Regen etwas nachließ um dann zum Taxistand zu gehen. Der Weg dorthin war allerdings nicht ganz so einfach wie sonst, da auf der Straße, die man überqueren muss das Wasser an den Seiten auf einer Breite von gut 2 Metern mehr als knöcheltief stand. Da ich Turnschuhe und keine Flip-Flops trug, wollte ich nicht unbedingt da durch watscheln, sodass ich einen kleinen Umweg nahm. Insgesamt war es total faszinierend, wie eine halbe Stunde (zugegebenermaßen außerordentlich starker) Regen so etwas ausrichten kann; die Straße verwandelten sich in Flüsse und alles hörte einfach auf. Kaum noch Menschen waren auf der Straße zu sehen und an einer Kreuzung, an der eine abgehende Straße etwas bergab geht, fuhren die Autos merkwürdige Linien, um nicht in die tieferen Wasserstellen zu gelangen, in denen an manchen Stellen das Wasser wie ein rauschender Fluss um die Ecke die Straße hinunter Fluss. Verrückter Regen; so kurz und stark habe ich es glaube ich bisher noch nicht erlebt.
Aber seit Ende Januar gab es keine starken Regenfälle mehr, nur ab und zu ein bisschen. Dennoch ist der Fluss schon fast wieder ausgetrocknet.
Ich werde jetzt noch ein wenig Südafrikanischen Live-Fußball gucken, mir dazu ein schönes Steak braten und ansonsten den restlichen Tag genießen.
Ich hoffe, es geht euch allen gut und Ihr genießt den Winter!
Liebe Grüße,
Clemens
Die beiden Fotos habe ich am ersten Filmabend gemacht.

Hallo!
Und wieder ist fast ein Monat rum, wenn das so weiter geht, dass die Zeit immer schneller vergeht, wird der letzte Monat nur noch gefühlte fünf Minuten dauern...
Seit der letzten Meldung habe ich nun wieder angefangen hier im Projekt zu arbeiten.
Momentan macht es viel Spaß, es hat sich ein wenig verändert. In die Schule gehe ich momentan nicht mehr, da ich dort lieber im Sport- als Computerunterricht helfen möchte. Dies dauert allerdings seine Zeit und so bin ich geduldig – wie in der Zeit als ich auf die Einteilung für den Computerunterricht gewartet habe – und übernehme Aufgaben im Center. So habe ich die Aufgabe bekommen, Bestandslisten von bestimmten Gegenständen im Center in Excel-Tabellen zu übertragen. Als Beispiel: Waschpulver. Waschpulver wird gespendet, eingekauft und and die Wäscherei sowie die Hostels ausgegeben. All dies wird schriftlich dokumentiert, zu meinem Leidwesen in verschiedenen Büchern. So gibt es ein Donation Book, in dem alle Spenden an das Center aufgeführt sind, ein Buch in dem alle Einkaufbelege gesammelt werden, sowie Bücher in denen genau protokolliert wird, wann, wie viel an wen ausgegeben wird.
Aus diesen Büchern habe ich also an einigen Vormittagen alle Einträge zu Waschpulver seit 2008 rausgesucht und in eine Tabelle zusammengetragen. Dies dient der besseren Übersicht.
An den Nachmittagen helfe ich nun vermehrt bei den Hausaufgaben, was eine interessante Aufgabe ist, da ich zum Beispiel kein Fach „Agriculture“ hatte.
Die meisten erledigen ihre Hausaufgaben in „Braille“, der „Blindenschrift“ und oft bestehen diese darin, englische Texte in Braille aufzuschreiben. Hier lese ich dann den Text vor und überprüfe, indem ich die Kinder das Geschriebene buchstabieren lasse, ihre Arbeit auf Richtigkeit.
Freitag des letzten Wochenendes habe ich den „Freitag-Film“ eingeführt. Die Idee kam mir dazu, als ich gerade mit einem Jungen seine Hausaufgaben beendet hatte. In dem Moment kam ein anderer Junge und hatte mehrere DVDs dabei, einige voll mit Musik und auf zwei waren auch Filme. Er fragte ob wir den nicht jetzt gucken könnten. Da war ich mir allerdings nicht sicher und meinte, da erst mit Mr.Ngoma drüber sprechen zu müssen. Gleichzeitig ist mir eingefallen, dass das Lephoi Centre auch einen Beamer besitzt und so habe ich meinen Chef darauf angesprochen. Dem gefiel die Idee und so schauten Wir an besagtem Freitag im Konferenzraum mit fast allen Kindern zusammen einen Film auf Setswana. Von der Sprache habe ich nicht allzu viel verstanden, aber durch die Bilder wurde der Großteil des Zusammenhangs klar.
Es war eine gute Idee, die Kids haben viel gelacht und sich gefreut. Denen, die gar nichts sehen können, haben die anderen Kids zwischendurch immer erzählt, was gerade passiert.
Im Laufe nächsten Woche wurde ich dann immer wieder gefragt, ob Wir nicht schon „heute“ einen Film gucken können. Das habe ich aber abgelehnt, da ich die Idee gut finde, den Film am Freitag als längerfristige Institution einzuführen und wenn Wir dann innerhalb von einer Woche alle Filme gucken, die die Kids haben, wird das nichts.
Vorgestern haben Wir dann die Fortsetzung des Films geschaut und die Kids waren wieder happy.
Neben meiner Arbeit im Projekt plane ich zusammen mit ein paar anderen Freiwilligen nun einen Film über weltwärts in Botswana. Hier sollen Projekte, GIZ und Freiwillige vorgestellt sowie das Programm reflektiert werden. Momentan sind Wir dabei, das Script zu verfassen und werden wohl Ende Februar die Aufnahmen machen. Ob der Film dann schon vor meinen Osterferien (am 17.03. fliege ich ja nach Kenia) oder erst danach fertig wird, kann ich nicht einschätzen, denke aber momentan, dass es eher später wird.
Ansonsten ist das Wetter hier recht merkwürdig. Seit einer Woche ist wieder bis auf einen Tag fast nur die Sonne zu sehen gewesen, verbunden mit heißen Temperaturen. Den Januar über hat es jedoch ziemlich heftige Regenfälle gegeben. An einem Tag bin ich in die Stadt zum Einkaufen gefahren und als ich den Laden betrat, war der Himmel schon recht dunkel. Während des Einkaufs ging es dann los; der Regen prasselte so stark, dass man ihn sogar im Supermarkt aufs Dach fallen hörte. Als ich fertig war, wartete ich noch eine Viertelstunde unter einem Vordach bis der Regen etwas nachließ um dann zum Taxistand zu gehen. Der Weg dorthin war allerdings nicht ganz so einfach wie sonst, da auf der Straße, die man überqueren muss das Wasser an den Seiten auf einer Breite von gut 2 Metern mehr als knöcheltief stand. Da ich Turnschuhe und keine Flip-Flops trug, wollte ich nicht unbedingt da durch watscheln, sodass ich einen kleinen Umweg nahm. Insgesamt war es total faszinierend, wie eine halbe Stunde (zugegebenermaßen außerordentlich starker) Regen so etwas ausrichten kann; die Straße verwandelten sich in Flüsse und alles hörte einfach auf. Kaum noch Menschen waren auf der Straße zu sehen und an einer Kreuzung, an der eine abgehende Straße etwas bergab geht, fuhren die Autos merkwürdige Linien, um nicht in die tieferen Wasserstellen zu gelangen, in denen an manchen Stellen das Wasser wie ein rauschender Fluss um die Ecke die Straße hinunter Fluss. Verrückter Regen; so kurz und stark habe ich es glaube ich bisher noch nicht erlebt.
Aber seit Ende Januar gab es keine starken Regenfälle mehr, nur ab und zu ein bisschen. Dennoch ist der Fluss schon fast wieder ausgetrocknet.
Ich werde jetzt noch ein wenig Südafrikanischen Live-Fußball gucken, mir dazu ein schönes Steak braten und ansonsten den restlichen Tag genießen.
Ich hoffe, es geht euch allen gut und Ihr genießt den Winter!
Liebe Grüße,
Clemens
Die beiden Fotos habe ich am ersten Filmabend gemacht.
Mittwoch, 2. Februar 2011
Dies & Das
Eindrücke vergehen leider meistens fast genau so schnell wie sie kommen – zumindest im Detail. Deswegen habe ich versucht, bzw. versuche ich in der einen oder anderen Situation das einzufangen, was mich gerade fesselt. Im folgenden ein paar Fotos, von Regen und Halbdunkel und einigem anderen Kram.
Mal schauen, was sich da so in der Zeit ansammelt.
Hier der Link zum Album:
http://picasaweb.google.com/c.loemke/DiesDas#
liebe Grüße,
Clemens
Mal schauen, was sich da so in der Zeit ansammelt.
Hier der Link zum Album:
http://picasaweb.google.com/c.loemke/DiesDas#
liebe Grüße,
Clemens
Samstag, 8. Januar 2011
Tage 83-110
Uiuiui.
Jetzt habe ich mich fast einen Monat lang nicht gemeldet. Und ich habe in der Zwischenzeit viel erlebt. An dem Wochenende vor Weihnachten war ich mit Nina, Franka und Stefan (dem neuen DED-Mitarbeiter hier in Francistown) in Nata, bei den Makgadikgadi Pans. Eine knappe Woche später fuhr ich mit Nina und Franka nach Simbabwe, wo Wir uns über Weihnachten die Victoria Fälle anschauten. Danach fuhren wir nach Kasane und von dort wieder zurück nach Francistown. Den Jahreswechsel verbrachte ich mit Stefan und Conny in Gweta, auch an den Makgadikgadi Pans.
Alles in allem ist einiges passiert und ich versuche es mal von vorne zu rekapitulieren.
Die restliche Zeit im SOS-Kinderdorf ging recht schnell vorbei. Nina, Franka und ich blieben am längsten (bis kurz vor Weihnachten) dort. Die anderen beiden Mädels hatten sich schon früher Urlaub genommen und auch Wir waren froh, als Wir uns endlich eine erste kleine Auszeit nehmen konnten.
Am Wochenende vor Weihnachten machten Wir mit Stefan einen Wochenendtrip nach Nata, das ca. 200km nordwestlich von Francistown liegt. Mit den Zelten, die Conny uns bereits für unseren Weihnachtstrip geliehen hatte, zelteten Wir auf dem Campingareal der „Nata Lodge“. Am Nachmittag fuhren Wir dann mit Stefans Wagen in die „Nata Bird Sanctuary“ einem Schutzgebiet, das in Zusammenarbeit mehrerer kleiner Ortschaften entstanden ist und zu etwa gleichen Teilen Grasland und Salzpfannenoberfläche umfasst. In der Regenzeit füllen sich die Salzpfannen mit Wasser und werden so ein Zufluchtsort für tausende von Vögeln. Als Wir dort waren, war die Pfanne allerdings noch trocken, was ich jedoch nicht als enttäuschend empfand, da es ein einmaliges Gefühl ist, bis zum Horizont nichts zu sehen. Die unendliche Weite ist echt faszinierend. Ich habe mich an einer Stelle einfach auf den Boden gesetzt und die Augen geschlossen und das einzige, das ich noch hören konnte, war mein eigener Atem. Sogar das Geräusch einer kleinen Fliege hat mich dort etwas erschreckt :-)
Am Sonntag fuhren Wir nochmal in den Park und genossen die Weite und die Stille, die ich so bisher fast noch nirgendwo erlebt habe (mir fiel in dem Moment ein Augenblick im Skiurlaub ein, als ich auf einer abgelegenen Piste einfach die Augen schloss und bis der nächste Skifahrer kam auch nichts als meinen eigenen Atem hören konnte.). Der Nachteil am „Nichts“ ist, dass es außer im Auto zu sitzen nichts gibt, um sich vor der Sonne zu schützen. Die Salzpfannen sind bei Trockenheit eine einmalige Erfahrung und wenn jemand die Gelegenheit hat, sich so etwas anzuschauen, sollte er sie sich nicht entgehen lassen. Dennoch möchte ich im Februar oder März noch einmal nach Nata und mit ein bisschen Glück kann ich dann riesige Pelikan-Schwärme sehen.
Am Nachmittag fuhren Wir zurück und waren alle etwas müde. Die restliche Woche Arbeit ging dann auch recht schnell vorbei und Wir machten uns auf den Weg nach Simbabwe.
Doch das lief nicht so einfach wie geplant. Um in den kleinen Ort „Victoria Falls“ zu gelangen, nimmt man den Bus nach Kasane und steigt in Kazungula aus, einem kleinen Örtchen, welches an dem Vierländereck von Botswana, Simbabwe, Sambia und Namibia liegt. Die Busse nach Kasane fahren nur recht früh morgens, sodass Wir gerne auf das Angebot von meinem Chef Mr.Ngoma eingingen, uns an der Busstation abzusetzen. Die Strecke nach Kasane ist noch etwas weiter (ca. 500km) als die nach Gaborone (ca. 430km) und da ich von der Strecke Francistown-Gaborone große Reisebusse (wenn auch mit sehr engen Sitzplätzen) gewohnt war und wusste, dass diese auch nach Maun (ebenfalls ca. 500km) fahren, erwartete ich ähnliches für die Strecke Francistown-Kasane. Dies war jedoch ein Irrtum. Mr.Ngoma brachte uns also morgens um viertel nach fünf zur Busstation und die war so leer, wie ich sie bisher noch nicht erlebt habe. Nur an einem „Terminal“ stand schon eine beachtliche Menge an Menschen, die auf einen Bus warteten. Dies war der Abfahrtspunkt nach Kasane. Der erste Bus sollte angeblich um 6:00 Uhr morgens abfahren. Als allerdings um viertel nach sechs noch kein Bus da war, wunderten Wir uns schon ein wenig (die Abfahrtszeiten werden nach meiner Erfahrung normalerweise auf die Minute genau eingehalten). Zudem waren es auch mehr Leute, als in einen Reisebus passen würden. So war der Plan, dass zwei sich um das Gepäck kümmern und darauf achten, dass es in die Laderäume kommt und der oder die dritte schnell in den Bus geht und uns drei Sitzplätze sichert. Um halb sieben kam dann ein kleiner Minibus mit ca. 20 Sitzplätzen und ehe Wir uns die Frage stellen konnten, ob das nun der Bus nach Kasane sei, waren schon alle Plätze belegt.
Kurz danach kam dann ein Mann mit Auto und verkaufte Tickets für den nächsten Bus, der bald kommen würde. Wir bekamen drei Tickets und waren froh, dass Wir Plätze hatten. Als gegen halb acht dann ein nächster Bus kam, waren Wir froh, doch das war nicht der Bus, für den Wir die Tickets gekauft hatten. Wir hätten ohne Probleme diesen Bus nehmen können, doch hatten Wir nun ja schon den anderen bezahlt. Ungefähr eine Viertelstunde später kam dann auch dieser Bus und er hatte im Gegensatz zu den anderen sogar einen Anhänger für das Gepäck, sodass Wir unsere großen Reiserucksäcke nicht mit in den Bus nehmen mussten. Nach einiger Zeit war dann alles eingepackt und Wir saßen um halb neun im Bus in Richtung Kasane. Kurz nachdem Wir Francistown verlassen hatten, hielt der Bus jedoch an einer Tankstelle und Wir bekamen die Information, dass falls es dort kein Benzin gäbe, Wir wieder umdrehen müssten, da Wir es sonst nicht bis Kasane schaffen würden. Ungefähr an diesem Punkt hatte ich das Gefühl, dass Wir an diesem Tag nicht mehr weit kommen würden, denn an fast allen Tankstellen innerhalb Francistowns gab es kaum noch Benzin, da viele Menschen aus der Stadt über die Ferien in ihre Heimatorte fahren und dafür oft sehr viel (Ersatz-)Benzin brauchen (dies führte in den letzten Tagen vor Weihnachten zu enormen Schlangen vor den Tankstellen, wo zeitweise über 70 Autos viele Meter weit auf der Straße warteten).
Aber Wir hatten Glück; die Kanister wurden vollgemacht. So erreichten Wir am frühen Nachmittag nach Zwischenstopp in Nata dann Kazungula. Ab ca. 100 Kilometer nach Nata tauchten die ersten Elefanten am Straßenrand auf; beeindruckende Erscheinungen. An einer Tankstelle in Kazungula fragten Wir nach dem Weg zum Grenzübergang nach Simbabwe. Die laut Karte zu Fuß einfach zu bewältigenden 2-3km dorthin gestalteten sich in der Realität mit Reiserucksack sowie Campingausrüstung in der Spätmittagshitze jedoch recht anstrengend, sodass Wir froh waren, als uns ein Kombi für ein paar Pula die letzten knapp zwei Kilometer zum Grenzposten brachte.
Auf der Botswanischen Seite bekamen Wir einen Stempel in den Reisepass, dass Wir das Land verließen und im Simbabwischen Grenzposten erhielten Wir einen schicken Aufkleber, der uns den Aufenthalt in Simbabwe bis zum 31.12. gestattete, die Visumsgebühr betrug 30 US$. Diese Prozedur war für mich relativ ungewöhnlich, da ich diese bei Grenzübertretungen in Europa nicht gewöhnt bin. Von der Grenze bis Victoria Falls sind es nochmal ca.70 Kilometer und für diese Strecke hatte uns das Camp, in dem Wir zelten wollten einen Shuttle angeboten, der 50 US$ pro Person und Strecke kosten sollte. Ich wusste zwar, dass die Preise in Simbabwe etwas höher sind als in Botswana, doch diese Halsabschneiderei war uns dann doch zuviel, sodass Wir zurecht darauf spekulierten, ein Taxi vom Grenzposten aus zu nehmen. Dieses kostete für uns drei zusammen dann 45 $, was umgerechnet etwa 30€ entspricht und diesen Preis muss man in Deutschland für diese Strecke erstmal bekommen. Im Camp angekommen bauten Wir unsere Zelte auf (ich schlief in einem 1-2 Personen-Zelt, was für zwei Personen meiner Meinung nach viel Nähetoleranz erfordert. Nina und Franka machten es sich in einem 3-Personen-Zelt gemütlich) und erkundeten das „Victoria Falls Restcamp“. Vorherige Begegnungen mit Affen (Meerkatzen) sowie Warzenschweinen wurden dadurch etwas nivelliert, dass in dem Camp sehr viele von den Meerkatzen unterwegs waren, ständig auf der Suche nach etwas zu essen. Dies fanden sie an einem der Tage auch bei uns, als sie Nina und Franka eine halbe Mango stahlen, die ungefähr einen halben Meter von ihnen auf dem Boden lag. Auch eine kleine Warzenschweinfamilie verirrte sich in das Camp (wohl durch den Haupteingang, rundherum ist das Gebiet mit soliden Metallzäunen gesichert) und die kleinen Kinder waren so neugierig, mein Zelt anzuknabbern, worauf sie von mir verjagt wurden. Als wir uns eingerichtet hatten, schauten Wir uns kurz das Städtchen an und erkundigten uns nach den Eintrittspreisen etc. Schnell wurde uns klar, dass der Tourismus dort nicht für Freiwillige mit eher schmalem Portemonaie ausgerichtet ist. So kostet etwa das Bunjee-jumping von der Brücke an den Wasserfällen 110 US$, der Eintrittspreis für das Schutzgebiet, was die Victoria Falls umgibt, alleine schon 30 $. So entschieden Wir uns dazu, nur das Schutzgebiet zu betreten, um die Wasserfälle zu sehen und andere „Aktivitäten“ wie Game Drive oder Bootstour in Kasane zu machen.
An Heiligabend gingen Wir also morgens los zu dem Park. Auf dem Weg dorthin und auch sonst, wenn Wir uns innerhalb des Städtchens bewegten, begegneten uns viele Souvenirverkäufer, die geschnitzte Figuren, kleine Anhänger und Simbabwe-$-Noten verkaufen wollten.
Auf dem Weg zum Park konnten Wir bereits die riesigen Gischtwolken sehen, die das herabstürzende Wasser verursacht. Im Park angekommen gingen Wir durch eine Art Mini-Regenwald, der von der dauerhaften Feuchtigkeit, die die Wasserfälle verusachen, zum Leben erweckt wurde. Überall konnte ich Vögel und Frösche hören und die feuchten Blätter glitzerten in der Sonne, die gnadenlos vom Himmel brannte. Es war interessant zu sehen, wie durch die Wasserfälle plötzlich eine ganz andere Vegetation entsteht. Diese Eindrücke wurden natürlich vom Anblick der Victoria Falls überragt. Eine 1,7 km breite Wand, über die das Wasser bis zu 107 Meter in die Tiefe stürzt. Auch wenn Wir nicht bei besonders hohem Wasserstand da waren (gerade erst Anfang der Regenzeit), waren die Wassermassen beeindruckend. Die Gischt ist so heftig, dass Wir, nachdem Wir entlang der Wasserfälle gegangen waren, komplett durchnässt waren. Als Wir knapp drei Stunden an den Wasserfällen verbracht hatten (Sonnenbrand inklusive), gingen Wir zu der historischen Sambesibrücke, um uns ein paar Wagemutige Bunjee-jumper anzuschauen. Die Brücke dient als Grenzübergang nach Sambia, sodass Wir wieder durch einen simbabwischen Grenzposten gehen mussten. Allerdings brauchten Wir keinen Stempel, da Wir nur auf die Brücke und nicht nach Sambia wollten. So befanden Wir uns ohne Visum für ein paar Minuten auf sambischem „Boden“ :-)
Am „heiligen Abend“ hatten Wir einen Tisch im Restaurant des Restcamps reserviert, wo Wir für 15$ ein Drei-Gänge-Menü zu Abend aßen. Sehr lecker, auch wenn ich nicht übermäßig satt war.
Am nächsten Tag machten Wir einen kleinen Ausflug zum „Big Tree“, einem großen Baobab-Baum, der sich etwas ausserhalb von Victoria Falls befindet. Die Straße dorthin beschreibt in etwa einen Kreis und nachdem man den Baum erreicht hat, führt sie entlang des Sambesi zurück in den Ort. Die Straße bietet einige Punkte, von denen man gut an das Ufer des Sambesi herankommt und von dort bieten sich auch sehr schöne Ausblicke auf den Fluss. Entlang des Flussufers kamen Wir bis zu der Stelle, an der der Schutzpark der Wasserfälle beginnt.
Den restlichen Tag entspannten Wir uns am Pool. Am nächsten Tag brachen Wir morgens nach Kasane auf. Dort zelteten Wir in der „Thebe River Lodge“. Direkt am Nachmittag machten Wir eine Bootstour über den Chobe River, wo Wir enorm viele Nilpferde, Elefanten und einige Krokodile und viele andere Tiere sahen. Es war faszinierend, riesige Elefantenherden am Flussufer trinken zu sehen, während 20 Meter weiter die Nilpferde baden und wieder einige Meter weiter ein Krokodil rumschwimmt. Beschreiben lässt sich da eigentlich nicht viel.
Am nächsten Morgen machten Wir dann einen Game Drive in den Chobe National Park, einen der tier- und artenreichsten Nationalparks im südlichen Afrika. Er beherbergt mit 50.000-60.000 Tieren die größte geschlossene Elefantenpopulation überhaupt. Auch dies war ein interessantes Erlebnis, auch wenn Wir auf der Fahrt durch den Park keine Elefanten zu Gesicht bekamen, dafür allerdings viele Impalas, Affen, diverse Vogelarten, Mistkäfer und vieles anderes. Das Highlight waren zwei Löwen. Der „König der Steppe“ sieht in freier Wildbahn wirklich sehr majestätisch aus.
Am nächsten Morgen hatten Wir uns ein Taxi um 4:00 Uhr organisiert, sodass Wir den Bus um 5:00 Uhr von Kasane zurück nach Francistown nehmen konnten.
Dort angekommen wurden alle Hoffnungen von uns mitteilungsfreudigen Reisenden zerstört, die Erlebnisse der Reise über Skype oder was auch immer weiterzugeben; der Schlüssel für den Raum mit Internetzugang war 430km entfernt in Gaborone. Halb so wild; auspacken, waschen, etc. nahm genügend Zeit in Anspruch. Am nächsten Tag fuhren Nina und Franka weiter nach Gaborone, ich entschied mich dagegen, da ich nach den ganzen Busfahrten erstmal keine Lust mehr hatte und ein bisschen zu Hause entspannen wollte.
Kurzfristig ergab sich die Möglichkeit mit Stefan und Conny über Sylvester zum „Planet Baobab“ zu fahren, einer Unterkunft mit Campside nahe dem Örtchen Gweta, das sich ca. 100km westlich von Nata und ca. 200km östlich von Maun befindet.
Dort blieben Wir bis zum 4.1. und besuchten am 2.1. den „Nxai Pan National Park“ und am 3.1. den „Makgadikgadi Pans National Park“.
Dort boten sich uns außergewöhnliche Landschaften und interessante Wildbeobachtungsmöglichkeiten. Raubtiere konnten Wir leider keine sehen, aber dafür große Herden anderer Tiere.
Am 4.1. fuhr ich dann mit Stefan zurück nach Francistown und seit heute habe ich hier nun auch wieder Internet, sodass ich meine lieben Leser gleich mal von meinen Erlebnissen berichte.
Ich hoffe, es geht euch allen gut und Ihr freut euch des Lebens!
Liebe Grüße,
Clemens
Achja, die Fotos waren mir diesmal zu viele um sie einzeln hochzuladen und hier rein zu kopieren, deswegen habe ich ein Album erstellt, das ihr hier finden könnt:
http://picasaweb.google.com/c.loemke/FotosZumNeuenJahr#
Jetzt habe ich mich fast einen Monat lang nicht gemeldet. Und ich habe in der Zwischenzeit viel erlebt. An dem Wochenende vor Weihnachten war ich mit Nina, Franka und Stefan (dem neuen DED-Mitarbeiter hier in Francistown) in Nata, bei den Makgadikgadi Pans. Eine knappe Woche später fuhr ich mit Nina und Franka nach Simbabwe, wo Wir uns über Weihnachten die Victoria Fälle anschauten. Danach fuhren wir nach Kasane und von dort wieder zurück nach Francistown. Den Jahreswechsel verbrachte ich mit Stefan und Conny in Gweta, auch an den Makgadikgadi Pans.
Alles in allem ist einiges passiert und ich versuche es mal von vorne zu rekapitulieren.
Die restliche Zeit im SOS-Kinderdorf ging recht schnell vorbei. Nina, Franka und ich blieben am längsten (bis kurz vor Weihnachten) dort. Die anderen beiden Mädels hatten sich schon früher Urlaub genommen und auch Wir waren froh, als Wir uns endlich eine erste kleine Auszeit nehmen konnten.
Am Wochenende vor Weihnachten machten Wir mit Stefan einen Wochenendtrip nach Nata, das ca. 200km nordwestlich von Francistown liegt. Mit den Zelten, die Conny uns bereits für unseren Weihnachtstrip geliehen hatte, zelteten Wir auf dem Campingareal der „Nata Lodge“. Am Nachmittag fuhren Wir dann mit Stefans Wagen in die „Nata Bird Sanctuary“ einem Schutzgebiet, das in Zusammenarbeit mehrerer kleiner Ortschaften entstanden ist und zu etwa gleichen Teilen Grasland und Salzpfannenoberfläche umfasst. In der Regenzeit füllen sich die Salzpfannen mit Wasser und werden so ein Zufluchtsort für tausende von Vögeln. Als Wir dort waren, war die Pfanne allerdings noch trocken, was ich jedoch nicht als enttäuschend empfand, da es ein einmaliges Gefühl ist, bis zum Horizont nichts zu sehen. Die unendliche Weite ist echt faszinierend. Ich habe mich an einer Stelle einfach auf den Boden gesetzt und die Augen geschlossen und das einzige, das ich noch hören konnte, war mein eigener Atem. Sogar das Geräusch einer kleinen Fliege hat mich dort etwas erschreckt :-)
Am Sonntag fuhren Wir nochmal in den Park und genossen die Weite und die Stille, die ich so bisher fast noch nirgendwo erlebt habe (mir fiel in dem Moment ein Augenblick im Skiurlaub ein, als ich auf einer abgelegenen Piste einfach die Augen schloss und bis der nächste Skifahrer kam auch nichts als meinen eigenen Atem hören konnte.). Der Nachteil am „Nichts“ ist, dass es außer im Auto zu sitzen nichts gibt, um sich vor der Sonne zu schützen. Die Salzpfannen sind bei Trockenheit eine einmalige Erfahrung und wenn jemand die Gelegenheit hat, sich so etwas anzuschauen, sollte er sie sich nicht entgehen lassen. Dennoch möchte ich im Februar oder März noch einmal nach Nata und mit ein bisschen Glück kann ich dann riesige Pelikan-Schwärme sehen.
Am Nachmittag fuhren Wir zurück und waren alle etwas müde. Die restliche Woche Arbeit ging dann auch recht schnell vorbei und Wir machten uns auf den Weg nach Simbabwe.
Doch das lief nicht so einfach wie geplant. Um in den kleinen Ort „Victoria Falls“ zu gelangen, nimmt man den Bus nach Kasane und steigt in Kazungula aus, einem kleinen Örtchen, welches an dem Vierländereck von Botswana, Simbabwe, Sambia und Namibia liegt. Die Busse nach Kasane fahren nur recht früh morgens, sodass Wir gerne auf das Angebot von meinem Chef Mr.Ngoma eingingen, uns an der Busstation abzusetzen. Die Strecke nach Kasane ist noch etwas weiter (ca. 500km) als die nach Gaborone (ca. 430km) und da ich von der Strecke Francistown-Gaborone große Reisebusse (wenn auch mit sehr engen Sitzplätzen) gewohnt war und wusste, dass diese auch nach Maun (ebenfalls ca. 500km) fahren, erwartete ich ähnliches für die Strecke Francistown-Kasane. Dies war jedoch ein Irrtum. Mr.Ngoma brachte uns also morgens um viertel nach fünf zur Busstation und die war so leer, wie ich sie bisher noch nicht erlebt habe. Nur an einem „Terminal“ stand schon eine beachtliche Menge an Menschen, die auf einen Bus warteten. Dies war der Abfahrtspunkt nach Kasane. Der erste Bus sollte angeblich um 6:00 Uhr morgens abfahren. Als allerdings um viertel nach sechs noch kein Bus da war, wunderten Wir uns schon ein wenig (die Abfahrtszeiten werden nach meiner Erfahrung normalerweise auf die Minute genau eingehalten). Zudem waren es auch mehr Leute, als in einen Reisebus passen würden. So war der Plan, dass zwei sich um das Gepäck kümmern und darauf achten, dass es in die Laderäume kommt und der oder die dritte schnell in den Bus geht und uns drei Sitzplätze sichert. Um halb sieben kam dann ein kleiner Minibus mit ca. 20 Sitzplätzen und ehe Wir uns die Frage stellen konnten, ob das nun der Bus nach Kasane sei, waren schon alle Plätze belegt.
Kurz danach kam dann ein Mann mit Auto und verkaufte Tickets für den nächsten Bus, der bald kommen würde. Wir bekamen drei Tickets und waren froh, dass Wir Plätze hatten. Als gegen halb acht dann ein nächster Bus kam, waren Wir froh, doch das war nicht der Bus, für den Wir die Tickets gekauft hatten. Wir hätten ohne Probleme diesen Bus nehmen können, doch hatten Wir nun ja schon den anderen bezahlt. Ungefähr eine Viertelstunde später kam dann auch dieser Bus und er hatte im Gegensatz zu den anderen sogar einen Anhänger für das Gepäck, sodass Wir unsere großen Reiserucksäcke nicht mit in den Bus nehmen mussten. Nach einiger Zeit war dann alles eingepackt und Wir saßen um halb neun im Bus in Richtung Kasane. Kurz nachdem Wir Francistown verlassen hatten, hielt der Bus jedoch an einer Tankstelle und Wir bekamen die Information, dass falls es dort kein Benzin gäbe, Wir wieder umdrehen müssten, da Wir es sonst nicht bis Kasane schaffen würden. Ungefähr an diesem Punkt hatte ich das Gefühl, dass Wir an diesem Tag nicht mehr weit kommen würden, denn an fast allen Tankstellen innerhalb Francistowns gab es kaum noch Benzin, da viele Menschen aus der Stadt über die Ferien in ihre Heimatorte fahren und dafür oft sehr viel (Ersatz-)Benzin brauchen (dies führte in den letzten Tagen vor Weihnachten zu enormen Schlangen vor den Tankstellen, wo zeitweise über 70 Autos viele Meter weit auf der Straße warteten).
Aber Wir hatten Glück; die Kanister wurden vollgemacht. So erreichten Wir am frühen Nachmittag nach Zwischenstopp in Nata dann Kazungula. Ab ca. 100 Kilometer nach Nata tauchten die ersten Elefanten am Straßenrand auf; beeindruckende Erscheinungen. An einer Tankstelle in Kazungula fragten Wir nach dem Weg zum Grenzübergang nach Simbabwe. Die laut Karte zu Fuß einfach zu bewältigenden 2-3km dorthin gestalteten sich in der Realität mit Reiserucksack sowie Campingausrüstung in der Spätmittagshitze jedoch recht anstrengend, sodass Wir froh waren, als uns ein Kombi für ein paar Pula die letzten knapp zwei Kilometer zum Grenzposten brachte.
Auf der Botswanischen Seite bekamen Wir einen Stempel in den Reisepass, dass Wir das Land verließen und im Simbabwischen Grenzposten erhielten Wir einen schicken Aufkleber, der uns den Aufenthalt in Simbabwe bis zum 31.12. gestattete, die Visumsgebühr betrug 30 US$. Diese Prozedur war für mich relativ ungewöhnlich, da ich diese bei Grenzübertretungen in Europa nicht gewöhnt bin. Von der Grenze bis Victoria Falls sind es nochmal ca.70 Kilometer und für diese Strecke hatte uns das Camp, in dem Wir zelten wollten einen Shuttle angeboten, der 50 US$ pro Person und Strecke kosten sollte. Ich wusste zwar, dass die Preise in Simbabwe etwas höher sind als in Botswana, doch diese Halsabschneiderei war uns dann doch zuviel, sodass Wir zurecht darauf spekulierten, ein Taxi vom Grenzposten aus zu nehmen. Dieses kostete für uns drei zusammen dann 45 $, was umgerechnet etwa 30€ entspricht und diesen Preis muss man in Deutschland für diese Strecke erstmal bekommen. Im Camp angekommen bauten Wir unsere Zelte auf (ich schlief in einem 1-2 Personen-Zelt, was für zwei Personen meiner Meinung nach viel Nähetoleranz erfordert. Nina und Franka machten es sich in einem 3-Personen-Zelt gemütlich) und erkundeten das „Victoria Falls Restcamp“. Vorherige Begegnungen mit Affen (Meerkatzen) sowie Warzenschweinen wurden dadurch etwas nivelliert, dass in dem Camp sehr viele von den Meerkatzen unterwegs waren, ständig auf der Suche nach etwas zu essen. Dies fanden sie an einem der Tage auch bei uns, als sie Nina und Franka eine halbe Mango stahlen, die ungefähr einen halben Meter von ihnen auf dem Boden lag. Auch eine kleine Warzenschweinfamilie verirrte sich in das Camp (wohl durch den Haupteingang, rundherum ist das Gebiet mit soliden Metallzäunen gesichert) und die kleinen Kinder waren so neugierig, mein Zelt anzuknabbern, worauf sie von mir verjagt wurden. Als wir uns eingerichtet hatten, schauten Wir uns kurz das Städtchen an und erkundigten uns nach den Eintrittspreisen etc. Schnell wurde uns klar, dass der Tourismus dort nicht für Freiwillige mit eher schmalem Portemonaie ausgerichtet ist. So kostet etwa das Bunjee-jumping von der Brücke an den Wasserfällen 110 US$, der Eintrittspreis für das Schutzgebiet, was die Victoria Falls umgibt, alleine schon 30 $. So entschieden Wir uns dazu, nur das Schutzgebiet zu betreten, um die Wasserfälle zu sehen und andere „Aktivitäten“ wie Game Drive oder Bootstour in Kasane zu machen.
An Heiligabend gingen Wir also morgens los zu dem Park. Auf dem Weg dorthin und auch sonst, wenn Wir uns innerhalb des Städtchens bewegten, begegneten uns viele Souvenirverkäufer, die geschnitzte Figuren, kleine Anhänger und Simbabwe-$-Noten verkaufen wollten.
Auf dem Weg zum Park konnten Wir bereits die riesigen Gischtwolken sehen, die das herabstürzende Wasser verursacht. Im Park angekommen gingen Wir durch eine Art Mini-Regenwald, der von der dauerhaften Feuchtigkeit, die die Wasserfälle verusachen, zum Leben erweckt wurde. Überall konnte ich Vögel und Frösche hören und die feuchten Blätter glitzerten in der Sonne, die gnadenlos vom Himmel brannte. Es war interessant zu sehen, wie durch die Wasserfälle plötzlich eine ganz andere Vegetation entsteht. Diese Eindrücke wurden natürlich vom Anblick der Victoria Falls überragt. Eine 1,7 km breite Wand, über die das Wasser bis zu 107 Meter in die Tiefe stürzt. Auch wenn Wir nicht bei besonders hohem Wasserstand da waren (gerade erst Anfang der Regenzeit), waren die Wassermassen beeindruckend. Die Gischt ist so heftig, dass Wir, nachdem Wir entlang der Wasserfälle gegangen waren, komplett durchnässt waren. Als Wir knapp drei Stunden an den Wasserfällen verbracht hatten (Sonnenbrand inklusive), gingen Wir zu der historischen Sambesibrücke, um uns ein paar Wagemutige Bunjee-jumper anzuschauen. Die Brücke dient als Grenzübergang nach Sambia, sodass Wir wieder durch einen simbabwischen Grenzposten gehen mussten. Allerdings brauchten Wir keinen Stempel, da Wir nur auf die Brücke und nicht nach Sambia wollten. So befanden Wir uns ohne Visum für ein paar Minuten auf sambischem „Boden“ :-)
Am „heiligen Abend“ hatten Wir einen Tisch im Restaurant des Restcamps reserviert, wo Wir für 15$ ein Drei-Gänge-Menü zu Abend aßen. Sehr lecker, auch wenn ich nicht übermäßig satt war.
Am nächsten Tag machten Wir einen kleinen Ausflug zum „Big Tree“, einem großen Baobab-Baum, der sich etwas ausserhalb von Victoria Falls befindet. Die Straße dorthin beschreibt in etwa einen Kreis und nachdem man den Baum erreicht hat, führt sie entlang des Sambesi zurück in den Ort. Die Straße bietet einige Punkte, von denen man gut an das Ufer des Sambesi herankommt und von dort bieten sich auch sehr schöne Ausblicke auf den Fluss. Entlang des Flussufers kamen Wir bis zu der Stelle, an der der Schutzpark der Wasserfälle beginnt.
Den restlichen Tag entspannten Wir uns am Pool. Am nächsten Tag brachen Wir morgens nach Kasane auf. Dort zelteten Wir in der „Thebe River Lodge“. Direkt am Nachmittag machten Wir eine Bootstour über den Chobe River, wo Wir enorm viele Nilpferde, Elefanten und einige Krokodile und viele andere Tiere sahen. Es war faszinierend, riesige Elefantenherden am Flussufer trinken zu sehen, während 20 Meter weiter die Nilpferde baden und wieder einige Meter weiter ein Krokodil rumschwimmt. Beschreiben lässt sich da eigentlich nicht viel.
Am nächsten Morgen machten Wir dann einen Game Drive in den Chobe National Park, einen der tier- und artenreichsten Nationalparks im südlichen Afrika. Er beherbergt mit 50.000-60.000 Tieren die größte geschlossene Elefantenpopulation überhaupt. Auch dies war ein interessantes Erlebnis, auch wenn Wir auf der Fahrt durch den Park keine Elefanten zu Gesicht bekamen, dafür allerdings viele Impalas, Affen, diverse Vogelarten, Mistkäfer und vieles anderes. Das Highlight waren zwei Löwen. Der „König der Steppe“ sieht in freier Wildbahn wirklich sehr majestätisch aus.
Am nächsten Morgen hatten Wir uns ein Taxi um 4:00 Uhr organisiert, sodass Wir den Bus um 5:00 Uhr von Kasane zurück nach Francistown nehmen konnten.
Dort angekommen wurden alle Hoffnungen von uns mitteilungsfreudigen Reisenden zerstört, die Erlebnisse der Reise über Skype oder was auch immer weiterzugeben; der Schlüssel für den Raum mit Internetzugang war 430km entfernt in Gaborone. Halb so wild; auspacken, waschen, etc. nahm genügend Zeit in Anspruch. Am nächsten Tag fuhren Nina und Franka weiter nach Gaborone, ich entschied mich dagegen, da ich nach den ganzen Busfahrten erstmal keine Lust mehr hatte und ein bisschen zu Hause entspannen wollte.
Kurzfristig ergab sich die Möglichkeit mit Stefan und Conny über Sylvester zum „Planet Baobab“ zu fahren, einer Unterkunft mit Campside nahe dem Örtchen Gweta, das sich ca. 100km westlich von Nata und ca. 200km östlich von Maun befindet.
Dort blieben Wir bis zum 4.1. und besuchten am 2.1. den „Nxai Pan National Park“ und am 3.1. den „Makgadikgadi Pans National Park“.
Dort boten sich uns außergewöhnliche Landschaften und interessante Wildbeobachtungsmöglichkeiten. Raubtiere konnten Wir leider keine sehen, aber dafür große Herden anderer Tiere.
Am 4.1. fuhr ich dann mit Stefan zurück nach Francistown und seit heute habe ich hier nun auch wieder Internet, sodass ich meine lieben Leser gleich mal von meinen Erlebnissen berichte.
Ich hoffe, es geht euch allen gut und Ihr freut euch des Lebens!
Liebe Grüße,
Clemens
Achja, die Fotos waren mir diesmal zu viele um sie einzeln hochzuladen und hier rein zu kopieren, deswegen habe ich ein Album erstellt, das ihr hier finden könnt:
http://picasaweb.google.com/c.loemke/FotosZumNeuenJahr#
Montag, 13. Dezember 2010
Fotos dazu.
Wie versprochen nun noch ein paar Bilder.
Von oben nach unten:
1: Ja, ganz stolz präsentiere ich mein Visum, so sieht es aus, für alle die es interessiert.
2: Auch wenn es leider ein ganz schreckliches Klischee ist, hat es zumindest am letzten Freitag gestimmt: der Sonnenuntergang war der Hammer. Wir haben uns mit ein paar Freiwilligen und Leuten vom DED auf dem Nyangabwe Hill getroffen und den Anblick genossen.
3: Ebenso, Sonnenuntergang zwischen Bäumen hindurch. Ganz interessant finde ich, das fast das komplette Farbspektrum vertreten ist.
4: Das Foto ist im SOS-Kinderdorf hier in Francistown entstanden, wo ich ja im Moment arbeite. Links im Bild ist Franka zu sehen, auch schwer beladen..
5: Auch dieses Foto ist beim Spielen entstanden.
6: Zebras...
7: ...und Nashörner, die Wir während des Game Drives gesehen haben, den Wir beim Zwischenseminar gemacht haben.






Von oben nach unten:
1: Ja, ganz stolz präsentiere ich mein Visum, so sieht es aus, für alle die es interessiert.
2: Auch wenn es leider ein ganz schreckliches Klischee ist, hat es zumindest am letzten Freitag gestimmt: der Sonnenuntergang war der Hammer. Wir haben uns mit ein paar Freiwilligen und Leuten vom DED auf dem Nyangabwe Hill getroffen und den Anblick genossen.
3: Ebenso, Sonnenuntergang zwischen Bäumen hindurch. Ganz interessant finde ich, das fast das komplette Farbspektrum vertreten ist.
4: Das Foto ist im SOS-Kinderdorf hier in Francistown entstanden, wo ich ja im Moment arbeite. Links im Bild ist Franka zu sehen, auch schwer beladen..
5: Auch dieses Foto ist beim Spielen entstanden.
6: Zebras...
7: ...und Nashörner, die Wir während des Game Drives gesehen haben, den Wir beim Zwischenseminar gemacht haben.
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